Das zehnjährige Kind und ich unterhalten uns im Schwimmbad über ein optisch ungleiches, am Beckenrand heftig knutschendes Pärchen. Sie wiegt ungefähr dreimal so viel wie er. Das Kind findet: Passt nicht. Ich versuche, eine Lanze zu brechen: “Vielleicht passt es aber sonst ganz wunderbar, weißt Du? Ich vermute, die denken ähnlich, finden die selben Dinge gut, haben den gleichen Humor und so.”

Das Kind denkt kurz nach, wägt die Wahrscheinlichkeiten ab und sagt dann: “Na gut. Dann muss sie aber unten liegen.”

Hallo Herr BabyWalz,

wir waren vor drei Wochen in Ihrer Böblinger Filiale, um uns einen Kinderwagen zu kaufen. Auf unsere Frage nach einem Jogging-Kinderwagen präsentierte Ihre Mitarbeiterin den TFK Joggster Twist – ein Modell, das fürs Joggen überhaupt nicht zugelassen ist.

Des Weiteren waren ihr zahlreiche Funktionen des Kinderwagens überhaupt nicht bekannt. Unter anderem behauptete sie, dass die hintere Verdecklasche herunterhängen muss (dabei kann sie bei Bedarf eingerollt und befestigt werden). Ihrer Angabe nach lässt sich auf das Modell außerdem keine Recaro-Autoschale aufsetzen – bis wir ihr die entsprechende Info im TFK-Katalog gezeigt haben. Als nächstes sagte sie, für den Wechsel zwischen Babywanne und Babyschale müsse man die Adapter ab- und wieder anschrauben. Da wir uns das nicht vorstellen können, haben wir sie gebeten, bei TFK anzurufen – und siehe da, sie sind zum Stecken. Alles andere wäre auch Quatsch gewesen.

Insgesamt haben wir uns etwas über zwei Stunden mit dem Modell beschäftigt und vieles herausgefunden, wovon Ihre Mitarbeiterin keine Ahnung hatte. Insofern war es auch wirklich schade, ein paar Tage später zu erfahren, dass der Kinderwagen wegen des feststellbaren Vorderrades überhaupt nicht zum Joggen verwendet werden darf und deswegen für uns keine Option ist.

Fazit: Wir haben soeben rund 1.000 Euro bei einem Konkurrenten ausgegeben und werden sämtliche weiteren Anschaffungen für unser Kind ebenfalls nicht bei Ihnen tätigen.

Schönen Tag noch
miss k.

Vorsicht, Hass.

Posted: 6. Mai 2013 in Das Leben im Allgemeinen
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Vor etwa drei Wochen ist mir jemand erst in mein geparktes Auto und dann weitergefahren, als sei nix passiert. Kotflügel und Stoßstange sind verkratzt und weisen leichte Dellen auf. Zum Glück meldete sich bei mir eine Zeugin, die alles beobachtet, das Kennzeichen notiert und mich informiert hat. Ein Engel! Das ist das vierte Mal, dass mir jemand geparkterweise Teile meines Autos beschädigt und sich keinen Deut darum schert und jedesmal bin ich auf den Kosten sitzengeblieben. Nur, weil irgendein verdammtes Arschloch (m/w) nicht den Anstand hat, zu sagen: “Das tut mir leid, Entschuldigung. Ich melde das meiner Versicherung.”

Aber diesmal dachte ich, sei das kein Problem. Die Polizei kam, nahm alles auf. Vergangene Woche fing ich an, mich zu wundern, warum weiter nichts passiert. Ich rief das Polizeirevier an, wurde an die Unfallermittlungsstelle weiterverwiesen und dort zur Sachbearbeiterin. Besser gesagt: zu ihrem Anrufbeantworter.

Gerade rief sie zurück. der Fall sei längst abgeschlossen, das Arschloch (m/w) habe leider keine sichtbaren Schäden am Auto. Aha, und eine feinere Analyse als Augenmaß gibt es nicht? Nein, dafür habe die Polizei schon lange kein Geld mehr. Sie verstehe, dass das unbefriedigend sei. (STIMMT!) Und warum ich nun der Polizei hinterhertelefonieren muss, wenn der Fall längst bei den Akten liegt? Darauf Folgendes:  Sie habe mehrfach versucht, mich zu erreichen – leider vergeblich. Wo genau, das weiß sie leider nicht mehr, das ist nun wirklich zu lange her. (Anmerkung: Ich habe sowohl zuhause als auch auf dem Handy weder verpasste Anrufe noch Nachrichten auf dem AB gehabt.) Spätestens dann, interveniere ich, wäre es an der Zeit für eine schriftliche Benachrichtigung. Nein, entgegnet die Freundin und Helferin, schriftlich nur bei positivem Ergebnis. Bei einem negativem Ergebnis wie bei mir wird telefonisch informiert. Und wenn ich mehrfach nicht erreichbar bin, dann kann sie also wirklich nicht, weil sie müsste ja dann viel zu viele Fälle auf Halde – das geht nicht.

Ich bin STINKSAUER! Auf diese unwürdige Informationspolitik in einer Behörde, die sonst jeden Fliegenschiss schriflich haben will. Und auf alle feigen Arschlöcher, die sich einen Dreck um Schäden scheren, die sie verursachen und andere einfach auf den Kosten sitzen lassen. Ihr seid zum Kotzen.

Kundenschreiben

Endlich ein Stromanbieter, der mich versteht.

Fahrrad

Frühling, Sonne, Fahrradfahren! Okay, vorher müssen die Räder zur Werkstatt. Meines ist insgesamt etwas vernachlässigt, beim Mann funktioniert der vordere Umwerfer nicht mehr richtig. Wir googeln, telefonieren und schieben ab Richtung Stuttgarter Hauptbahnhof – dort ist die Werkstatt, die spontan noch Kapazitäten frei hat. Und das läuft dann so:

Beim Rad des Mannes, sagt der Fahrradwerkstattsuperfachberater, muss also der Umwerfer vorne ersetzt werden. Das hat Auswirkungen auf den Umwerfer hinten, außerdem auf die Kette, das vordere und auch das hintere Ritzel (“Das hat ja schon gar keine Zacken mehr, das sind mehr Hügel, das lässt sich nie auf eine neue Kette anpassen”). Kostenpunkt für diese Fahrradkettenreaktion: 200 Euro. Viel Geld, aber nach 16 Jahren ohne nennenswerte Reparaturen auch vertretbar. Dann kommt der Meister hinzu und sagt, die hintere Felge sei wegen Alters schon gerundet und zeige erste Risse. Müsse auch dringend ersetzt werden. Gefolgt von der unverschämten Ansage, man nehme den Auftrag nur an, wenn wir alles reparieren lassen – halbe Sachen mache man nicht und überhaupt, es müsse am Rad schon alles zusammenpassen. Da sind’s schon knapp 400 Euro. Happig.

Bei meinem Rad sind’s nur Kleinigkeiten – Bremse instandsetzen, Reifen checken, außerdem ein Fahrradschloss abschneiden, zu dem der Schlüssel fehlt. Ich will das Rad drei Tage später abholen, werde aber genötigt, direkt am Folgetag noch vor der Arbeit vorbeizukommen, weil man es in der Werkstatt unmöglich so lange herumstehen lassen könne. Na gut. Eine schnell erledigte Reparatur hat ja auch was für sich.

Das Rad des Mannes nehmen wir wieder mit, er will eine zweite Meinung, bevor er den Gegenwert eines halben zweiten Drahtesels investiert. Die kriegt er auch, von der Fahrradwerkstatt am Marienplatz. Der Meister sagt, ui, da ist kein Zug mehr auf dem Draht, der ist kaputt. Kostet 15 Euro. Und die Risse in der Felge, ja. Er empfiehlt, beim nächsten platten Reifen nicht nur den Schlauch, sondern dann eben gleich das ganze Rad auszutauschen.

Ich selbst hole mein Rad am Hauptbahnhof am darauf folgenden Morgen ab. Ist einwandfrei, nur das Schloss hängt noch dran. Dafür hat der Meister mein Zahlenschloss weggeschnitten, das den Fahrradkorb sichert. Schön, sage ich, dann macht ihr mir jetzt ein neues Zahlenschloss dran, kein Problem. Der Meister staucht den Fahrradwerkstattsuperfachberater noch schnell in einer südländischen Fremdsprache zusammen, danach bieten sie mir genau das Schloss an, das ich ohnehin gerne als Ersatz für dasjenige ohne Schlüssel gehabt hätte. Natürlich hätte ich es aus Prinzip woanders gekauft. Umsonst nehme ich es aber gerne mit.

veggie

Bild: twicepix

Mein Mann, der superstrikte Vegetarier, kommt abends spät nach Hause. Ich habe längst gegessen.

“Mhmm, das riecht gut hier!
“Oh, sorry, ich wollte ja noch lüften. Mach ich gleich.”
“Nein, lass. Es riecht toll. Ist noch was da?”
“Sicher?”
“Ja. Was gab’s denn?”
“Gebratene Hähnchenbrust mit Thymian. Und Salat.”

Vermietungen

“Hallo, guten Tag, Sie hatten da ‘ne Wohnung inner Zeitung? Ich such’ nämmich eine für meine Tochter, Mandy, die hat zwei Kinder und muss in drei Wochen aus ihrer Wohnung raus, könnt’ die Sie wohl ma anrufen?”
“Klar, gerne.”
“Ja, weil die muss bald aus ihrer Wohnung raus mit ihren zwei Kindern. Die ist nämmich… und überhaupt…und dann….wissense…”
“Verzeihung, darf ich Sie kurz unterbrechen, ich vermiete die Wohnung nicht, ich bin nur die Vormieterin. Ich entscheide nicht darüber, wer die Wohnung bekommt, das müssen Sie dann bitte mit meinem Vermieter besprechen.”
“Ah ja, weil das ist wichtig und die Mandy muss bald mit ihren zwei Kindern aus ihrer Wohnung raus…”

Nummer unbekannt, Mailbox.
“Ja, hallo, hier ist die Carmen. Ich bin an Ihrer Wohnung interessiert und würde mich gerne freuen, wenn Sie mich mal zurückrufen könnten. Tschüüüß!”

“Hallo, ich wollte nur mal fragen, ist die Wohnung in der Nähe der S-Bahn?”
“Ja, es sind nur ein paar Minuten zu Fuß.”
“Okay.”
Aufgelegt.

“Hallo, ich würde gerne einen Termin machen zur Wohnungsbesichtigung.”
“Gerne, haben Sie morgen um 15.30 Uhr Zeit?”
“Da muss ich in den Terminkalender schauen. Ich rufe in fünf Minuten noch mal an.”
Nie wieder was gehört.

So geht das hier den lieben langen Tag bei der Nachfolgersuche für meine Wohnung. Bin gespannt, welche Kandidaten ich anschließend meinem Vermieter präsentieren kann – und was er dazu sagt.