Manche Wunden heilen eben nie.
Mein Opa. Wir versuchen gerade, einen Pflegedienst bei ihm zu etablieren, weil er in den letzten Monaten schwer abgebaut hat, nicht mehr ohne Hilfe ins Bett kommt oder aufstehen kann, weder sich waschen noch rasieren und so weiter und so fort. Er fände es natürlich viel cooler, wenn die Family das weiterhin selbst machen würde, und funkt deswegen ganz gerne dazwischen - aber manchmal nicht ohne Charme, wie ich zugeben muss.
Zum Beispiel versucht er regelmäßig, dem jeweiligen guten Geist zu kündigen. Man brauche morgen gar nicht wiederzukommen, vielen Dank, er könne das alles alleine! Als die heute zuständige Dame ihn danach auf seinen blauverfärbten Arm hinwies, auf den er letzte Woche gestürzt ist, sagte er im souveränsten Tonfall, zu dem er fähig ist: “Das? Das ist eine Kriegsverletzung!”
Dafür könnte ich ihn ja schon wieder küssen (auch wenn das der Moment ist, in dem ich mich ganz schnell irgendeiner Tätigkeit zuwende, damit er mein breites Grinsen nicht sieht).
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Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen Kerl im Bett, der meinen Namen stöhnt, wenn er kommt.
Das ist ja nicht weiter schlimm - nur ungewohnt. Und deswegen will ich reflexartig jedes, aber auch wirklich jedes Mal das unterbrechen, was ich gerade tue, und dienstbeflissen fragen: “Ja?”
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Liebe Kira, das ist für Dich.

Und weil ich es ohne Bewegung selbst etwas kryptisch finde: Die beiden Hände greifen sich bei j k l den Stift. Mehr passiert dann doch nicht.
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Cool Cat bei Skype.
Gerade mit einem Freund geskyped, und weil er so unglaublichen Blödsinn erzählte, musste ich vor lauter Lachen mit dem Kopf auf die Tastatur hauen (fragt einfach nicht). Dabei passieren die wundersamsten Dinge:

Man achte auf die Katze dort, wo eigentlich beim Schreiben der Stift erscheint. Ich habe mit dem Kopf c a t gleichzeitig erwischt… Es gibt noch mindestens ein weiteres Easteregg, nämlich j l k. Großartig!
Damit kann ich meinen Statusspruch auch gleich löschen. Ist schon wieder alles gut.
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Tags: cat, easteregg, skype
Sprachlos im Supermarkt.
Verdammt, schon wieder Freitag. Kühlschrank leer, ich muss einkaufen, könnte ja übers Wochenende vom Fleisch fallen. Also los.
Eine Viertelstunde später latsche ich durch den Supermarkt meines Vertrauens. Bewährtes Prinzip, wenn ich mal wieder keine Ahnung hab, was ich kaufen will, aber zu müde bin, darüber nachzudenken: In regelmäßigen Abständen ins Regal greifen, etwa alle 15 Schritte, schön abwechselnd rechts und links. Irgendwas Fantasievolles kann man sicherlich daraus zusammenschüsseln. Das geht so lange gut, bis ich in meiner Transusigkeit fast auf einen Typen auflaufe. Ich kann gerade noch abbremsen und schaue geradeaus direkt auf den untersten Punkt seiner Schulterblätter. Das wäre für die meisten Frauen wohl nicht weiter verwunderlich. Aber ich bin 183 cm groß, plus Absätze! Angesichts des Gardemaßes bleibt sogar mir die Spucke weg, ich bin irgendwo zwischen fassungslos und verzückt. Da dreht er sich um, strahlt mich von weit oben an und sagt den einzigen Satz, mit dem ich in diesem Moment nicht rechne: “Du bist aber groß.”
Ich weiß nicht mehr genau, was ich geantwortet habe, aber es war in etwa das Real-Life-Äquivalent von: “Ich hab eine Wassermelone getragen.”
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Auftakt einer Nacht.
Alte Liebe rostet nicht, durfte ich die Tage mal wieder erfahren. Sie bekommt allerdings ein paar Dellen (die Nachfolgerin zum Beispiel ist so eine) und verliert ein bisschen Glanz und Spannung (man nennt das dann Vertrautheit und tut so, als gäbe es nichts Besseres). Dafür kann man, und das ist der Vorteil, auch sehr ungezwungen miteinander umgehen - zum Beispiel, wenn man sich zu Beginn des ersten Abends seit langem gerade leidenschaftlich küsst. “Hör mal”, sagte er da, “ich habe nicht vor, mich zu trennen.” Und ich: “Macht nichts. Ich hab sowieso meine Tage.”
Das Ganze bekommt damit eine völlig neue Qualität. ![]()
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Tags: Alte Liebe
Unterwäsche für Mama.
Gestern war ich in Sachen Radio mal wieder für eine Umfrage unterwegs. Eigentlich bietet sich dazu die Stuttgarter Innenstadt an, weil’s dort immer Leute gibt, da ich aber davor im Sozialministerium war, bin ich auf einen kleinen Park ausgewichen. Den Unterschied hat man auch gleich gemerkt.
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Tags: Muttertag, Pfingsten, Radio, Umfrage
Kunstwissenschaft 2.0
Lange Nacht der Museen in Stuttgart. Wir stehen in der Staatsgalerie vor der “Böhmischen Landschaft” von Caspar David Friedrich und hören einem hingerissen referierenden Kunstexperten zu. Der Kerl an meiner Seite kann es sich wie üblich nicht verkneifen: “Und woher wissen wir, dass das wirklich ein Sonnenaufgang ist und kein Sonnenuntergang?”
“Hmm”, macht da der Kunstexperte, “da haben Sie recht. Das müssen wir mal in der Literatur nachrecherchieren - oder bei Google Earth.”
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Tags: Lange Nacht der Museen, Stuttgart, Caspar David Friedrich, Böhmische Landschaft, Google Earth, Kunstwissenschaft
Mein Weg in die Tagesschau.
Es gibt mehrere Gründe, warum ich mich fürs Radio entschieden habe. Einer davon ist: Ich muss immer nur gut klingen, nie gut aussehen. Das spart unheimlich Zeit beim Styling, und ich kann wesentlich länger schlafen. Die Taktik ging heute voll nach hinten los.
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Es war ein perfekter Sonntag. Bis zu dem Moment, als ich den Topf mit Tomatensuppe auf den Herd stellte.
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Payback sammelt Minuspunkte.
Dass Service im klassischen Supermarkt gelegentlich, na sagen wir: etwas zu kurz kommt - okay. Aber dass sich ein Unternehmen wie Payback eine derart miese Support-Policy erlaubt, ist kaum zu fassen. Payback versucht, seine Kunden durch hanebüchene Prozesse zur Kapitulation zu zwingen, vermutlich in der Hoffnung, keine Anfrage ernsthaft bearbeiten zu müssen. Mal abgesehen davon, dass intern die Rechte nicht weiß, was die Linke tut.
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Tags: Payback, Service, Kundenservice
Die Wisteria Lane lebt.
Ich habe gestern zum ersten Mal seit langem wieder Zeit mit einem sehr alten Freund verbracht. Es war so schön, dass wir das an Ostern wiederholen wollen. Wenn nur die Nachbarn nicht wären.
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