Das war ein ziemlich aufregendes Jahr. Paar Tiefs, viele Hochs und im letzten Viertel – einmal mehr – eine Jungfrau-Kind-Nummer, die sich als Glücksgriff schlechthin entpuppt hat. Ja, macht glücklich. Schau’ mer mal, wie sich das alles weiterentwickelt.

In den nächsten Tagen aber schaue ich erst noch ein paar Dutzend mal das folgende Video. Weil Schauen wie Hören hier gleichermaßen Freude macht und ich derzeit nicht genug bekommen kann. (Zumal ich auf dem Sofa liege und die Übelkeit niederkämpfe. Eine Introspektive zu Weihnachten hatte ich mir irgendwie besinnlicher vorgestellt.)

Merry Christmas!

Draußen rieselt endlich der Schnee und drinnen, tief in mir, rauscht der Kinderpunsch. Das flockige Treiben betrachte ich ein, zwei Stunden lang aus dem Bett, um mich herum ein schnurrender Kater, Kaffee, die Zeitung. Die Welt ist zu Gast per Internet. Der Mann arbeitet einen Stock höher und wird zwischendurch per Skype bespaßt. Ich würde ja im Bett bleiben, aber im Wohnzimmer hat ein unausgelasteter Hund hohe Erwartungen. Wir toben eine kurze Weile durch den Schnee im Garten, bis uns beiden reichlich kalt geworden ist. Gibt schließlich keinen besseren Grund, um anschließend den Kamin anzufeuern. Sofapunschgemütlichkeit. Bis die Kinder aus der Schule kommen, dann wird getauscht gegen Schneemannbauarbeiten. Das Verkehrschaos im Radio kommentieren wir entspannt mit ein paar Schneebällen, das Auto bleibt stehen. Maroni in den Ofen. Das Innenleben mit ein paar kuscheligen Gedanken aufwärmen. Und wenn’s dämmert, ab in den Wald. Fackelwanderung.

Ich habe Urlaub. :-)

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Früher war’s die Platte mit der Schlumpfenweihnacht, die meine Schwester und ich in Dauerschleife hörten. Und ja, zugegeben, ich habe sie mir später auch als CD gekauft und wenn’s mich mal wieder packt, dann – egal. Jedenfalls öffne ich jedes Jahr zum ersten Advent die Weihnachts-Playlist, räume darin ein bisschen auf und um. Chris Reas „Driving home for Christmas“ und „Last Christmas“, tut mir leid, gehören zu den ewigen Must-Plays, die bleiben dabei. Herrlich auch die Barenaked-Ladies-Version von „Jingle Bells“ (besser nicht hinschauen) und noch einige andere.

Die aktuelle Dauerschleife ist aber eine andere. Nämlich dieser wunderbar leise, leichte, raue, wie auf schneeflocken schwebende (ihr merkt schon, ich bin auf musikalischer Droge) Song von Rachael Yamagata – die ich vorher nicht kannte, von der ich mir bei Gelegenheit aber noch mehr anhören muss. Jemand hat ihn auf das Album „Moreorless Christmas 7″ gepresst, gemeinsam mit ein paar anderen Ohrenschmeichlern, zum Beispiel einem hauchzarten Cover von Joni Mitchells „River“. Angus Stone singt es mir stündlich.

Josef ist völlig von der Rolle. Gestern hat der Zimmermann erfahren, dass seine Maria schwanger ist – aber ganz eindeutig nicht von ihm. Und sie will von nix gewusst haben! Dass sie ein bisschen in die Breite gegangen ist, das hat er natürlich schon bemerkt. Aber so etwas sagt man einer Frau ja nicht, da macht Josef keine Ausnahme. Jetzt weiß er nicht recht, was er tun soll: Maria verlassen, auch wenn sie dann gesteinigt wird? Gnade vor Recht ergehen lassen? Ist ja alles nicht so einfach.

Keine Ahnung, wie’s Euch geht. Ich jedenfalls bin total gespannt, was da noch rauskommt. ;-)

…. copyright: tillwe

Heute war ich mit Mami im Stuttgarter Landtag, um die medialen Vorbereitungen zum großen Bahnhofs-Showdown morgen zu besichtigen. Wir standen gerade im Plenarsaal, als sie auf die Zuschauertribüne zeigte und sagte: „Da haben wir damals protestiert, während der Plenarsitzung!“ Ich dachte zuerst, ich hätte mich verhört. Meine brave Mama? Im bannmeilenumzogenen Landtag? Protestiert? Jawohl. 1969, da war die Welt noch wild, hatte sie sich mit etwa 20 Mitschülerinnen als Besuchergruppe angemeldet. Auf ein gemeinsames Zeichen hin haben die Mädels Banner ausgerollt, ihre Mäntel aufgerissen und ihre Brüste T-Shirts mit der Forderung entblößt, man möge den Abschluss der höheren Schule als FH-Reife anerkennen.

Ich bin ein bisschen stolz auf Mama. Auch wenn sie, wie sie schmunzelnd zugab, damals brav die Treppe hinuntergegangen ist, während sich ihre beste Freundin Wilma vom Sicherheitspersonal konsequent bis ins Foyer tragen ließ. Erfolg hatten die jungen Damen übrigens auch: Nach der Räumung hat sich der SPDler Peter Conradi angehört, was sie zu sagen hatten. Und nun weiß ich zwar nicht, was aus den anderen Mädchen wurde, aber Mama und Wilma haben gemeinsam an der FH studiert (und können noch heute gackern wie damals, aber das ist eine andere Geschichte.)

Ich Schauinsland.

Posted: 25. November 2011 in Travel
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In Wellington ist es jetzt halb zwölf Uhr mittags und mir blieben noch etwa acht Stunden, um mich im Te-Papa-Museum herumzutreiben, ein bisschen über den Victoria Hill zu spazieren und mit den quietschbunten Punkten auf der ansonsten klassizistischen Stadtgalerie Hypnose zu spielen, bevor ich mich für Spare Ribs und Bier in die Mac’s Brewery begebe, das Kaminfeuer im Rücken und die Wellen entlang der Mole fest im Blick.

Ach ja.

……copyright: afa_photographer

Aus dem Haus zur Bahn gegangen. Auf halbem Wege verdächtige Geräusche einer einfahrenden S-Bahn gehört. Auf Sechs-Zentimeter-Absätzen losgespurtet. Auf der Treppe hinunter zum Gleis den Zugführer lauthals angefleht, zu warten. Wild gestikulierend fast auf die Fresse gefallen. Endlich das Gleis erreicht und unter dem amüsierten Blick des Zugführers durch die offene Tür ins Abteil gesprungen. Danke gebrüllt. Per Durchsage „Bitte!“ zurückbekommen.

Üblicherweise lasse ich nicht viele gute Haare an Zugführern und sonstigem Bahnpersonal. Der hier aber bekommt ein ganzes Büschel. :-)

Und mitten in der braunen Kacke, die von Thüringen aus anfängt zu dampfen und ihren Gestank über die ganze Bundesrepublik ausbreitet, gibt es auch noch die Geschichte eines früheren baden-württembergischen Verfassungsschützers, der sich privat im Studienzentrum Weikersheim engagierte – in dieser Akademie, die vom umstrittenen Hans Filbinger mitgegründet wurde und der immer wieder Verbindungen zur rechtsextremen Szene und zur NPD nachgesagt werden. Der ehemalige Ministerpräsident Günther Oettinger musste seinerzeit – unter öffentlichem Druck – auf eine persönliche Referentin verzichten, weil sie Mitglied des Studienzentrums war. Seine eigene Mitgliedschaft, qua Amt bestehend, hatte er zuvor aus formalen Gründen gekündigt.

In dieser Zeit ging laut Medienberichten der oben genannte Verfassungsschützer, zuständig für die Beobachtung der linksextremistischen Szene, also zu seinem Chef und informierte ihn über seine Weikersheim-Tätigkeit. Er wurde umgehend in ein Regierungspräsidium versetzt. Eine solche Verquickung ist für den Verfassungsschutz nicht vertretbar.

Nach seiner Versetzung war der Mann weiterhin für das Studienzentrum aktiv. 2009 berichtete eine rechtsextremistische Zeitung, das ist im Internet nachzulesen, er habe bei einer Veranstaltung der Nachwuchsorganisation Jung-Weikersheim über die Linkspartei referiert (die er bei der Gelegenheit dem Artikel zufolge als „linksextremistisch“ bezeichnet hat) und dabei auch über seine diesbezüglichen Erkenntnisse als Verfassungschützer berichtet.

Im Privatleben ist der Mann laut Medien bei der CDU und derzeit Ortsvorsitzender irgendwo im Enzkreis. Geht man in seiner politischen Historie zurück, trifft man auf die Junge Union, bei der er Mitglied war. Hier hat er früheren Parteikollegen zufolge vor Jahren an einem extrem fragwürdigen Antrag mitgewirkt – nämlich mit dem Ziel, den Asylrechtparagrafen im Grundgesetz abzuschaffen.

Man muss ihm zugute halten, dass er seinen Vorgesetzten beim Verfassungsschutz offenbar freiwillig informiert hat, vermutlich genau zu dem Zeitpunkt, als das Studienzentrum Weikersheim so viel mediale Aufmerksamkeit bekam. Ich will hier auch keine Vermutungen darüber anstellen, wie weit rechts dieser Mann einzuordnen ist. Ihn sofort zu entfernen, war meiner Meinung nach das einzig Richtige – für Verfassungsschützer müssen noch mal ganz andere Maßstäbe gelten als für Normalmenschen. Dieser Fall, der vergleichsweise immer noch klein und harmlos ist, schürt allerdings die Bedenken in der derzeitigen Diskussion über Rechtsextremismus und den Verfassungsschutz. Ich möchte nicht wissen, was in den Behörden der verschiedenen Länder sonst noch so los ist.

Oder doch. Ich will’s wissen.

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Ich mag das, wenn die Piraten nach ihrem ersten offiziellen Auftritt im Berliner Parlament auf Twitter fröhlich mit der CDU frozzeln. Bin gespannt, wie’s mit denen weitergeht – in Berlin und auf Bundesebene.

Kürzlich, während im ersten Stock des Landtags eine Bühne aufgebaut wurde, kam ein Mann die Treppe herauf, sah sich um und fragte, was denn hier los sei. Stuttgartnacht, lautete die Antwort. Darauf er: „Stuttgartnacht? Dann lieber nix zu Weihnachten.“ Ich konnte knapp an mich halten, ihm nicht „Ignoranter Sack!“ hinterherzurufen. Denn die stuttgartnacht, die gestern zum zehnten Mal gefeiert wurde, gehört zu den tollsten kulturellen Events, die Stuttgart zu bieten hat – abgesehen davon, dass eine Nacht für rund 70 mal Kultur einfach zu kurz ist.

Wir starteten gestern in der Villa Reitzenstein. Gobelins, Kristalllüster, Perlmutt-Intarsien – eine durchaus lässige Kulisse für Politik im Ländle. Den vorlesenden Ministerpräsidenten aka Märchenkretsch haben wir leider verpasst. Dafür war uns Integrationsministerin Öney eine kompetente Begleiterin („Frau Öney, wofür ist die Uhr?“ – „Damit wir immer wissen, wie spät es ist.“) und erzählte, dass sie ihrem Banknachbarn Gall in der Kabinettsitzung gerne Zettelchen schreibt. Kleiner Dienstweg und so.

Wunderbarer Zwischenstopp im Marmorsaal: Liebesstreichereien mit Klarinette von Mozart und Beethoven, stimmungsvolles Dunkel und zwischen Kerzen in der Konzertmuschel die Stuttgarter Saloniker.

Im Landtag ließ es sich bei einem Glas Rotwein und Musik der Jazzsängerin Anne Czichkowsky erstklassig netzwerken. Im Plenarsaal lief eine Filmvorführung von „SOKO Stuttgart“. Die Stiftskirche kündigte „Klassic meets Jazz“ an. Schön, mag ich. Leider handelte sich sich um eine sehr puristische Interpretation des Themas: Ein klassisches Stück, ein jazziges Stück, ein klassisches Stück, ein jazziges Stück… Abwechslung garantiert. Wir gingen wieder, und zwar zu dem Bau, den wir als Highlight ans Ende der Tour gesetzt hatten: die neue Stadtbibliothek am Mailänder Platz. Im Vorfeld als Bücherknast verspottet – ich finde sie klasse und habe mich darauf gefreut, sie von innen sehen. War aber nicht: Die dortigen Verantwortlichen hatten entschieden, dass ab Mitternacht – trotz angekündigter Besichtigung bis 2 Uhr – niemand mehr nach oben durfte, sondern nur noch das Erdgeschoss bei extrem lauter Dancemusik begehbar blieb. Ich habe kein einziges Buch gesehen. #fail

Das eindeutige Highlight des Abends: die Füenf. A-Capella-Quintett, teils große Stimmen, viel komisches Talent und sehr witzige Texte – zum Beispiel, wenn sie das Wort „Love“ in den Hits der letzten 20 Jahre durch „Horst“ ersetzen. Oder bei der liebevollen Schwabenhymne. Bei der Roger-Whittaker-Persiflage. Beim Ernährungsmedley – ach, wisst Ihr was? Hört’s Euch einfach selber an:

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Kellerführung und Weinprobe im
wunderschönen Weidenberger Hof: 17 Euro.
Der herrliche Grauburgunder aus der
S-Line des Weinguts, pro Flasche: 7 Euro.
Das Gesicht des Winzers, als der Begleiter den Wein
anerkennend als „Büchsenöffner“ bezeichnet: Unbezahlbar.

:-D

Twitter erzeugt manchmal sehr unverhofft sehr schöne Dialoge:

„Und manchmal steht Patrick Swayze auf seiner Wolke, schaut herunter auf die Timeline und denkt sich: „Was für ‘ne gequirlte Scheiße!“"
„Nur bei ganz außergewöhnlich schönen Tweets summt er leise „Timeline of my life“ vor sich hin. Nehme ich an.“
„Patrick spielt übrigens immer Bingo mit Deiner Oma. Den beiden geht es prima. <3″
„Patrick ist meiner Oma garantiert rettungslos verfallen. Und nach dem Bingo tanzt er mit ihr Mambo.“
„Da bin ich mir sicher! Und Mambo ist auf Wolken auch nicht so belastend für die Gelenke. Die haben Spaß da oben. Darauf stoßen wir an.“

Happy birthday, Gran. ♥

Ka-Ching!!

Posted: 3. Oktober 2011 in Das Leben im Allgemeinen, Job
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Wie mein Opa immer zu sagen pflegte: „Wenn Du Geld hast, haben alle Geld.“ Nun ja. Neuerdings reicht auch die Aussicht auf Geld, um es weitgehend hemmungslos auszugeben. Nach länger dauernder Unterbezahlung, die ich durch nächtliche Nebenjobs aufgefangen habe, steht mir nun ein sehr ordentlich bezahltes Engagement ins Haus. Erster Gedanke: Geil, da kann ich die Hälfte zur Seite legen und bummle anschließend zwei Monate durch die Welt. Erste Aktion: Apfel-Tablet gekauft (immerhin: gebraucht!) und elektronisches Zeitungsabo dazu bestellt. Weil’s ja unter der Woche viel geschickter ist als die Papierversion und so. Dann mal wieder ein paar Tage in Berlin gegönnt (und lauter tolle Geschenke ins Ländle importiert, von denen ich an dieser Stelle noch nix verraten kann). Und die Garderobe, die muss ja für den neuen Job auch mal auf Vordermann, jawohl, ja. Drängte sich in Berlin förmlich auf. Zusätzlich wollte ich schon längst ein ökosoziales Kleidungstückchen bestellt haben. Getan. Als nächstes fiel mir ein, dass ich für eine wunderbare Freundin immer mal  personalisierte Etiketten für ihre selbstgemachten Köstlichkeiten suchen wollte. Ich habe sie gefunden – leider gab es in diesem Shop auch noch sieben bis zehn andere herrliche Kleinigkeiten, die alle irgendwie im Warenkorb gelandet sind. Wo ich schon dabei war: Der kleine Lampenschirm der Nachttischleuchte, schon fünfmal geklebt, jetzt doppelt nachbestellt. Sicher ist sicher. Außerdem habe ich kürzlich diesen wunderbaren Rotwein entdeckt, der allein schon wegen des Preises nix für jeden Tag ist. Falls ich im Online-Shop demnächst statt nur einer Flasche gleich eine ganz Kiste nehme, würde sich das mit den Versandkosten natürlich viel eher lohnen. Den neuen Kleiderschrank gibt’s nur deswegen nicht, weil die Zimmerdecke immer noch drei Zentimeter zu niedrig ist. Und das Bild auf dem Fernseher ist mittlerweile so mini, dass ich auch einen Meter davor sitzend mehr erahne als tatsächlich sehe, was dort passiert. Die Familie hat zum Geburtstag dafür zusammengelegt, ich lege da wohl noch was drauf. Soll ja was Anständiges werden.

In diesem Sinne: Ich gehe dann morgen mal arbeiten. Und bin gespannt, wann Griechenland anruft. ;-)

Move. Learn. Eat.

Posted: 12. September 2011 in Aufgelesen
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Dieses Move-Video, das ich Euch kürzlich gezeigt habe. Ich kann mir das zehnmal hintereinander anschauen, mir wird und wird nicht langweilig. Es ist eine so betörend einfache und gleichzeitig beeindruckend umgesetzte Idee! Inspirierend finde ich das, eigentlich will ich sofort eine detaillierte Liste aller besuchten Länder und Orte, weil, ich will das alles selber sehen! Und anfassen! Gucken ohne Anfassen ist ja nur die halbe Freude. Na jedenfalls, gerade eben habe ich entdeckt, dass es zu diesem Move-Video, das ich Euch kürzlich gezeigt habe, auch noch ein Learn- und ein Eat-Video gibt. Hey, Lernen! Und hey, Essen! Bin hin und weg und wieder zurück.

Da sind sie: