Forsch gewinnt.

Veröffentlicht: 30. April 2007 in Diplom

Einer der vielen Gründe, warum ich das Internet schon von Beginn an toll fand (naja, ganz am Anfang, 1996, war ich ein paar Monate lang chatsüchtig und habe mich nächtelang im Rechenzentrum der Uni herumgetrieben, aber dann!), ist die absolut unkomplizierte Erreichbarkeit von Personen, an die man sich sonst vielleicht nie herangetraut hätte. Mittlerweile haben ja die meisten Autoren, Wissenschaftler oder sonstigen Persönlichkeiten eine Homepage, auf der sie gleich viel menschlicher wirken als der gedruckte Name auf unzähligen, respekteinflößenden Publikationen. Wer es wagt, kann sie mal eben anschreiben und um Expertise bitten (einen Versuch ist es immer wert). So kam es beispielsweise, dass ich mich 2003 während meiner ersten Abschlussarbeit („Geschlechtstypische Kommunikation im Internet“ und ja, Erfahrungen aus meiner initialen Suchtphase sind auch irgendwie eingeflossen ;-)) plötzlich per E-Mail mit Susan C. Herring austauschte, die auf dem Gender-Gebiet an vorderster Front forscht. Ich war natürlich total begeistert – und jetzt bin ich es wieder.

Denn beim aktuellen Thema der zweiten (und definitiv letzten) Abschlussarbeit erlebe ich das gleiche Phänomen: Stundenlang an einer E-Mail für einen thematisch geradezu idealen Interviewpartner gefeilt, zehn Minuten später die Zusage. Mal ganz frech bei Matthias Armborst nachgehakt, der in seiner umfangreichen Studie verschiedene Prozentzahlen zusammengefasst hatte, und ich wollt’s mal wieder genau wissen – vor ein paar Tagen den gesamten, 50-seitigen Anhang seiner Arbeit mit allen Tabellen in der Mailbox gefunden. Und heute morgen bekam ich eine E-Mail eines Universitätsdoktors aus Neuseeland. Sein Essay klang viel versprechend, war aber in den hiesigen Bibliotheken nicht aufzutreiben und für Fernleihe habe ich echt keine Zeit mehr. Also habe ich im besten formellen Englisch angefragt, ob er vielleicht unter Umständen zufällig eine elektronische Kopie besäße…

Katrin,

Ja, sicher. Please find the article attached and I hope it’s useful to
you.

Donald

Fantastisch. Es mag natürlich an den internetspezifischen Themen liegen, die ich mir für meine beiden Arbeiten ausgesucht habe. Mag auch sein, dass ich einfach Glück habe, auf so hilfsbereite Menschen zu treffen, oder dass ich mir halt im Vorhinein doch zu viele Gedanken mache und die Welt in Wirklichkeit viel unkomplizierter ist. Fantastisch bleibt’s trotzdem.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s