Ja, ich will.

Veröffentlicht: 3. Juli 2007 in Die Liebe im Besonderen

Rund um mich herum ist seit einiger Zeit der Hochzeitswahn ausgebrochen. Finde ich ja klasse (mein Standardspruch dazu: „So sicher möchte ich mal sein.“), aber je enger die Beziehung zum Brautpaar, desto schlimmer wird’s – so viel weiß ich mittlerweile. Für mich gipfelte das in der Hochzeit meiner Schwester letztes Jahr. Ein tolles, denkwürdiges, fantastisch gelungenes Fest, mit einem glücklichen Brautpaar und einer Schwester-Schwägerin, die ebenfalls glücklich war – weil sie keine weiteren Geschwister hatte.

Am vergangenen Wochenende hatte ich zum ersten Mal seit langer Zeit das Vergnügen einer Hochzeit, bei der ich rein gar nichts tun musste, außer Reise und Geschenk zu organisieren. Und es war soooo gut.

Das Brautpaar
Anna kenne ich schon seit 18 Jahren, Freundinnen wurden wir allerdings erst vor zehn Jahren, als ich die Freundschaft von meinem Vater quasi übernahm. Ich glaube, Anna hat in ihrem Leben so ziemlich alles mitgenommen, was geht, in ihrer Zeit als Animateurin bei Robinson und auch danach. Und sie wollte nie heiraten. Nie. Gar, gar nie. Bis Brian kam. Sie schmiss eine große Abschiedsparty und zog zu ihm in die Nähe von Kopenhagen. Noch Fragen?

Brian wiederum, mit seinem entzückenden dänischen Akzent, hielt die charmanteste Rede des Abends: „Vor ein paar Monaten habe ich meiner Frau hier den Antrag gemacht und alle meine Freunde fragten mich: ‚Warum machst Du das? Die Frau labert so viel!’“ Was durchaus stimmt. Aber genau deswegen muss man Anna einfach mögen, und dem Bräutigam ging es nicht anders. Die beiden haben übrigens jeweils den anderen Nachnamen zusätzlich angenommen und führen jetzt den selben Doppelnamen – gefällt mir!

Die Dänen
Überhaupt, die Dänen. Sind ja ein lustiges Völkchen und verstehen zu feiern. Nehmen jedes Liedchen zum Anlass, nach jeder Strophe laut „Skøl“ zu rufen und kräftig nachzuschütten, sehr sympathisch. Schöner Brauch: Wenn die Gäste mit dem Besteck an die Gläser klopfen, muss das Brautpaar auf einen Stuhl steigen und sich küssen. Hehe, hat die deutsche Fraktion gleich übernommen und hemmungslos ausgereizt. Auch lustig, dass sich alle Männer bei der Braut für einen Brautkuss anstellten – und umgekehrt die Mädels beim Bräutigam.

Meine Jugendliebe
Leo. Ihn habe ich zeitgleich mit Anna kennen gelernt (1987, Robinson Club in Apulien) und ich war sowas von verliebt. Ein Italiener, traumhaft schöner Mann, mit schulterlangen schwarzen Locken, begnadeter Sänger und Tänzer. Es hat nur nicht so richtig funktioniert mit uns. Könnte daran gelegen haben, dass ich 12 war, er 24 und obendrein schwul. Vielleicht waren es aber auch einfach nur sonstige widrige Umstände ;-).

Mittlerweile hat auch Leo die Club-Karriere bei Robinson an den Nagel gehängt, wurde zunächst gefeierter Visagist in Mailand und macht inzwischen Permanent-Make-up. Unser Wiedersehen am Wochenende (das erste seit vier Jahren) war zunächst etwas seltsam, weil ich mich unversehens in einem Gespräch über Botox befand. Seine beste Freundin (und Kundin) hat er als Anschauungsobjekt gleich mitgebracht, er selbst hat das Zeug in der Stirn. Völlig falscher Film. Ein paar Stunden und Weinchen später hatten wir uns aber trotz Botox wieder restlos lieb. Ach, er ist halt immer noch hinreißend – übrigens auch auf der Bühne. Auf der Hochzeit hat er ein paar Liedchen geträllert und Anna, die den ganzen Tag über einfach nur cool war, hatte ab dem ersten Ton das Wasser in den Augen. Italiener, ich sag’s Euch.

Alles in allen: Ein rundum superklasse Fest, ich hab getanzt, gelacht, gesungen und mit fantastischen Menschen geplaudert, bis es wieder hell war. Sollte es mir jemals einfallen, zu heiraten (ich kann mich zurückhalten) – so müsste das sein. Dafür warte ich dann auch gerne bis 50.

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