Die Wisteria Lane lebt.

Veröffentlicht: 28. Februar 2008 in Family & Friends

Ich habe gestern zum ersten Mal seit langem wieder Zeit mit einem sehr alten Freund verbracht. Es war so schön, dass wir das an Ostern wiederholen wollen. Wenn nur die Nachbarn nicht wären.

Zur Vorgeschichte so viel: Oli und ich sind Cousins zweiten Grades und waren ein, zwei Jahre lang unzertrennlich (ich war Anfang 20, er Anfang 30) – und zwar ohne große Gedanken an uns als Paar zu verschwenden. Wir haben uns zwei, drei Mal die Woche gesehen und stundenlang telefoniert. Das coolste Geschenk, das ich je von ihm bekommen habe, war ein 20m langes Telefonkabel: Ab diesem Tag konnte ich im Bett telefonieren und hatte dabei nie wieder kalte Füße (mein erster Lustkauf, als ich dann Geld verdient habe, war konsequenterweise ein schnurloses Telefon).

Unsere Ära endete, als ich meinen heutigen Ex-Freund und er seine heutige Frau kennen lernte. Kein Drama für uns, aber seine Frau und ich wurden nicht richtig warm miteinander. Dazu kamen ein halbes Jahr im Ausland (ich), Hochzeit, Kinder und ein Haus (er). Was blieb, waren seltene Telefonate – zum Glück von der Sorte, bei denen die Zeit dazwischen überhaupt keine Rolle spielt.

Gestern planten wir also unser nächstes Treffen kurz nach Ostern bei ihm auf dem Dorf inklusive gemütlichem Versumpfen und Übernachtung, weil ich am nächsten Tag direkt zum Kunden fahren will. Frau und Kinder sind zu dem Zeitpunkt bei den Großeltern. Plötzlich ging’s los: Besser kein Wort an unsere Familie, damit im Vorfeld keine langen Erklärungen notwendig werden. Und mein Auto könne tagsüber natürlich vor der Tür stehen, aber nachts müsse ich um die Ecke parken – wegen der Nachbarn.

Ich sehe mich schon im Tarnanzug zurück ins Haus flitzen. Alles, was ich für eine Übernachtung so brauche, muss dabei unauffällig in meine Handtasche passen. Im Haus sind bereits alle Vorhänge dicht, und zum Lachen gehen wir, natürlich, in den Keller.

Nachtrag am 25. März:
Gestern war es soweit – und ich war nun doch offiziell angemeldet und musste nicht um die Ecke parken. Wie gut das war, hat sich schnell gezeigt: Ich war noch keine zwei Stunden da, da hatte eine Nachbarin der abwesenden Ehefrau meines Freundes bereits per Telefon gesteckt, eine fremde Frau am Küchenfenster gesichtet zu haben. Als wir unseren Skikram ins Auto packten, gingen in der näheren Umgebung alle Türen auf. Und selbst am Skihügel im Nordschwarzwald haben wir noch Nachbarn getroffen…

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Kommentare
  1. goodytales sagt:

    Und?
    Hattet ihr denn wenigstens viel zu lachen?

  2. miss k. sagt:

    Das wird sich dann an Ostern zeigen! Im Moment frage ich mich noch, wann das Leben so kompliziert geworden ist…

  3. goodytales sagt:

    Oh, wie schön, Dich gibt es noch.

    Ich dachte schon, dies sei ein gänzlich verlassener Blog… 🙂

  4. miss k. sagt:

    Schlimm, ich weiß…. :-/
    Das Leben ist zur Zeit so arbeitsreich und dabei so langweilig in Bezug auf Blogbares, dass sich hier einfach nicht so viel tut… ich hoffe, das wird auch bald mal wieder anders!

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