Shanghai II: Von bäh bis boah.

Veröffentlicht: 15. Februar 2009 in Travel
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Es war der erste Abend in Shanghai und alleine der wäre die Reise wert gewesen. Was wir im Detail gegessen haben? Wir sind nicht ganz sicher. Auf der Karte waren nur Bilder und chinesische Schriftzeichen, denn Ev und Olaf haben uns gleich zu Beginn unseres Urlaubs – willkommen! – in ein Restaurant für Einheimische eingeladen. Innen herrschte reges Getümmel, zumindest bis wir eintraten. Groß und blond ist Mangelware in China, entsprechend fielen der Mehrheit der Gäste bei unserer Ankunft fast die Stäbchen aus der Hand. Der Boden war leicht klebrig, unter der niedrigen Decke hing der Dampf wie der Smog über Shanghai. Am anderen Ende des Restaurants war die Fischtheke, in der Schnecken, Muscheln und was weiß ich noch alles auf den Tod warteten, diverse Fische in den Aquarien hatten es schon hinter sich und schwammen kieloben in der schmutzigen Brühe. Auf den Tellern lag alles, was ich dort noch nie sehen wollte, zum Beispiel gekochte Hühnerkrallen, an denen die Chinesen so hingebungsvoll zuzzeln wie Gourmets an der Hummerschere. Zudem haben am klassisch chinesischen Tisch Manieren keinen Platz, stattdessen wird lauthals geschmatzt – es muss ja Luft ans Essen, wegen der Aromen. Das Essen sortiert man direkt im Mund, und was sich als ungenießbar erweist, fliegt in hohem Bogen zurück auf den Tisch. Nein, es ist kein schöner Anblick. Die einzige Regel: Was den Stäbchen entkommt, bleibt liegen. Besser ist das.

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Unser Dinner

Wir machten einen auf Abenteuer und bestellten anhand der Bildchen die Karte rauf und runter. Kurze Zeit später bog sich der Tisch: Erdnüsse in einer undefinierbaren Soße, sauer eingelegte Gurken, irgendwas Zuckerschotenartiges. Ganze Langusten am Spieß, denen wir erst den Kopf abbeißen mussten. Ein heißer Topf mit schwimmenden Sprossen, Fleischstücken und riesigen Pilzen. Fleisch mit Peperoni, Fleisch mit Zwiebeln, frittiertes Gemüse. Nicht alles, aber einiges davon lecker!

Der Spaß kostete etwas Überwindung und 21 Euro – und das ist ziemlich genau die Hälfe von dem, was wir eine Stunde später in der Bar „Cloud Nine“ im 87. Stock des Jin-Mao-Towers für vier Drinks in edelster Atmosphäre hinlegten. Diese Etage erreicht man übrigens nicht einfach so: Wir mussten vier verschiedene Fahrstühle nehmen und kamen auf dem Weg in den Genuss von unglaublichen Aussichten. Die Patio Lounge im 54. Stock zum Beispiel weitet sich nach oben in ein beeindruckendes Atrium über 33 Stockwerke. Und von dort oben, im umgekehrter Blickrichtung, fühlten wir uns ein bisschen wie in der Senatssitzung bei Star Wars.

Patio Lounge, fotografiert aus dem 86. Stock im Jin-Mao-Tower

Welch ein Auftakt.

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Kommentare
  1. goodytales sagt:

    Ich freue mich auch mehr! Mehr! Mehr!

    Mit Fotos, bitte. 🙂

  2. Christian sagt:

    Was die essen, würd ich nichtmal anfassen. Bäääähhh ! 😉

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