Rosenmontag ohne mich.

Veröffentlicht: 22. Februar 2009 in Das Leben im Allgemeinen, Die Liebe im Besonderen
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Ein ausgemachter Faschingskrapfen war ich noch nie, ich hab die Dinger immer nur gegessen. Ein einschneidendes Erlebnis war, als ich an meinem ersten schmutzigen Donnerstag in Heidelberg meine damalige Bankfiliale betrat und meine sonst so konservative Beraterin mir im Funkemariechenkostüm entgegentanzte, um mir ein Glas Sekt und einen Berliner in die Hand zu drücken. Und ein Jahr später, 1998, war ich schlechtgelaunt auf dem Uni-Faschingsfest der Sportler und wollte die johlenden Massen gerade verlassen, als sich mir ein Mann mit Strohhut in den Weg warf, der just von einem Cowgirl mit Plastikpistole erschossen worden war. Nun ja, ich blieb dann doch noch ein bisschen, ein paar Stunden später hat er mich geküsst und wir waren den größten Teil der nächsten fünf Jahre ein Paar. Happy birthday, übrigens, Schnuck. 🙂

2004 lebte ich in Köln, es nahte der berüchtigte Wieverfastelovend und im Büro war an Arbeit nicht mehr zu denken. Meine Kollegin und ich hatten uns vorsorglich in der Therme verabredet, wohl wissend, dass das sonst hoffnunglos überfüllte Bad wie leergefegt sein würde. Vorher musste ich allerdings noch kurz in den Supermarkt. Gleiche Stadt, anderer Planet: Die Kassiererin empfing mich in Ringelstrumpfhosen, und aus den Lautsprechern tönte „Es macht immer tuut-tuut„. Danach landete ich auf sozialen Druck hin – nur mal kurz gucken – bei Freunden in unserer Stammkneipe. Ich bekam sofort ein Kölsch in die Hand gedrückt, es folgten diverse weitere und eine Stunde später war ich in einem Zustand, in dem man mich wegen unmittelbarer Gefahr durch Ertrinken ohnehin nicht mehr in die Therme gelassen hätte. Um sieben Uhr lag ich selig schlummernd im Bett.

So ging es gerade weiter, und ich freute mich schon auf das Highlight, den Zoch. Wegen, ähm, widriger Umstände musste ich am Tag davor allerdings ins Krankenhaus und schluckte zum Abendessen die Pille danach. Die Überdosis Hormone bewirkte, dass ich ab dem Morgengrauen mehrere Stunden lang entweder kotzend über der Kloschüssel hing oder im Halbschlaf halluzinierte – und das war’s dann für mich mit dem Rosenmontagsumzug. Ich habe ihn bis heute nicht gesehen.

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