Veröffentlicht: 19. Mai 2009 in Family & Friends
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Wir hatten schon viel zu lange nicht miteinander gesprochen. Wie immer eigentlich. Dabei wohnen wir gar nicht weit voneinander weg, arbeiten gar nicht weit voneinander weg. Nur sind wir beide beruflich stark eingespannt, sie ist derzeit außerdem hochschwanger – das Wunschkind, auf das sie so lange gewartet hat. Als sie heute anrief – ich kam gerade zur Tür reingestürzt – klang sie dumpf, irgendwie leblos. Das Unterbewusstsein registrierte es zuerst, dem macht man nach 21 Jahren Freundschaft eben nichts mehr vor. Und als wolle es den Moment noch etwas hinauszögern, veranlasste es mich, unbremsbar loszuplappern, ohne Punkt und Komma, über Alltagsquatsch und ob wir nächste Woche miteinander in der Sonne Kuchen essen wollen. Bis ich endlich wagte, ihr fehlendes Geschnatter anzuerkennen, zuzulassen. Und dann sagte sie: „Meine Mutter hat Krebs. Er hat schon ziemlich weit gestreut. Die erste Chemotherapie war erfolglos.“

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