Wenn’s mal wieder länger dauert.

Veröffentlicht: 26. Mai 2009 in Geschichten aus dem Supermarkt
Schlagwörter:,

Tankstelle. In der Schlange an der Kasse sieben Leute, ein Mädel kassiert – und die andere sortiert in aller Seelenruhe die Zigarettenschachteln im Regal. Früher hätte ich mir eine bissige Bemerkung mit scharfem, aufforderndem Unterton nicht verkneifen können. Heute warte ich, bis ich dran bin, lächle freundlich und sage „Wenn Ihre Kollegin kurz mitkassieren könnte, ginge es schneller.“ Das Kassenmädel hält mitten in der Bewegung inne und guckt – passend zum Job – wie ein Auto. Grooooße Augen. Völlig verständnislos. Als wieder Bewegung in den Apparat kommt, gibt sie mir den Tankbeleg und weist mich darauf hin, dass ich bei Wiedervorlage nächstes Mal irgendwas geschenkt bekomme. Sonst passiert nichts.

Gibt es vielleicht ein Service-Gen? Eines, das die jeweilige Person zu schnellem, kundenorientiert-pragmatischem Handeln veranlasst? Und wenn ja: Warum findet es sich so selten bei den Menschen, die’s im Job dringend bräuchten?

Advertisements
Kommentare
  1. Sascha sagt:

    Früher hätte ich mir eine bissige Bemerkung mit scharfem, aufforderndem Unterton nicht verkneifen können.

    Aber im Alter wird man eben ruhiger 😀

    Spaß beiseite: Szenen wie diese kann man inzwischen wirklich häufiger beobachten. Das Schlimme daran ist, dass es den handelnden Personen -wie in deinem Fall- oftmals selbst dann nicht wirklich bewusst wird, wenn man sie darauf anspricht!

    Andererseits will ich hier keine generelle Schelte für Kassiererinnen führen. Wenn ich sehe, wie sich so mancher Kunde in Läden aufführt, dann kann ich ebenfalls nur mit dem Kopf schütteln.

    Dabei ist es doch so einfach: wenn ich freundlich zu den Verkäuferinnen bin, sind diese normalerweise selbst unter Stress freundlich zu mir – ein Lächeln wirkt halt immer bei Menschen… außer man gerät -wie du- an eines dieser extrem begriffsstutzigen Exemplare, die in ihrer eigenen kleinen Welt leben und die Kunden und das „Drumherum“ nur am Rande als „notwendiges Übel“ wahrnehmen.

  2. miss k. sagt:

    Ach, Sascha, werd Du erst mal trocken hinter den Ohren… 😉
    Ja, man kann im Einzelhandel durchaus die eine oder andere Kuriosität erleben, positiv wie negativ und übrigens nicht nur mit VerkäuferINNEN). Dafür habe ich ja nicht zuletzt die Kategorie „Geschichten aus dem Supermarkt“ eingeführt.

  3. zero_-_-cool sagt:

    Ich nutze diese Situationen um meine Geduldigkeit zu trainieren. Eine Eigenschaft die man im Alltag wirklich mehr als gut gebrauchen kann.^^

    Manchmal macht es auch Spaß solche Gelegenheiten auszunutzen. Für Leute, die einen Hang zum „Bösen“ haben, könnte es interessant sein eine größere Warteschlange hinter sich zu haben. So bezahlt man erstmal mit Karte, hat aber natürlich die Falsche in der Hand. Dann entscheidet man sich für Barzahlung und sucht den Betrag Centgenau zusammen. Vielleicht schafft man es auch noch ein interessiertes Gespräch mit dem/der Kassierer(in) anzufangen, weil anscheinend etwas nicht stimmen würde mit dem Kassenbon.^^
    Und schwupp sind 3 – 5 min. um und die Schlange hat sich spürbar vergrössert. 😉

    Also ich persönlich würde das ja nie machen. Allerdings kommt es mir manchmal so vor, dass es Kunden gibt die auf nichts anderes aus sind, als die Warteschlange zu vergrössern.^^

  4. miss k. sagt:

    Ich bin auch dafür, lieber Zero, dass Du persönlich sowas nicht machst. Vor allem nicht, wenn ich hinter Dir in der Supermarktkasse stehe.
    Aber dabei fällt mir natürlich auch ein Phänomen auf, das mich regelmäßig kopfschüttelnd zurücklässt: Ein Mensch, der im Zeitlupentempo die Tasche vollpackt, alles ordentlich arrangiert und ein, wenn das letzte Salatblatt sicher verstaut ist und die Kassiererin den Betrag schon längst genannt hat, kramt man in der Tiefe der Hosentasche (zuerst meist die falsche) nach dem Geldbeutel. Bevor man dann die Cents auf den Tresen zählt. Grrrr. Das geht meiner Auffassung von Effizienz enorm gegen den Strich.

  5. zimtapfel sagt:

    Erinnert mich an das, was ich gestern erlebt habe: Großer Supermarkt mit seperatem Getränkemarkt dabei. Zwei Leergutrücknahmeautomaten. Einer davon außer Betrieb, aus für Uneingeweihte nicht nachvollziehbaren Gründen. Vor dem anderen eine immer länger werdende Schlange von Menschen, die Leergut loswerden möchten. Bei denen ganz vorn dauert es auch wieder länger, der Automat nimmt einen der Kästen erst beim gefühlt zehnten Anlauf, die einzelnen Flaschen richtig einzulegen scheint auch einen Hochschulabschluss zu erfordern, die Schlange wird länger, das frustriert-genervte Augenrollen der Schlangesteher erhöht sich…
    Und der Knabe an der Kasse direkt neben den Automaten langweilt sich. Klar, da alle Kunden in der Schlange vor dem einen funktionierenden Automaten stehen um ihr Leergut loszuwerden, kann ja keiner im Laden rumrennen, was neues einkaufen und damit zur Kasse kommen. Hach. Gar nix los heute aber auch!
    Ich war mehrfach kurz davor, mir den Knaben vorzuknöpfen und mal höflich zu fragen, was denn wohl dagegen spräche, den zweiten Automaten vielleicht wieder ans Laufen zu bringen oder eventuell mal bei den Kunden, die allein nicht in der Lage sind, ihre Flaschen richtig in den Automaten zu legen, rettend einzugreifen. Waaaaah!

  6. miss k. sagt:

    Klassiker, lieber zimtapfel. Wenn mich da jemand in der falschen Laune erwischt, gibt’s ein verbales Blutbad. 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s