Isch werd wahnsinnig.

Veröffentlicht: 30. August 2009 in Job
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Diese Woche kam der kurzfristige Auftrag, einer Pressekonferenz in einem Vergnügungspark beizuwohnen und aus dem dort angekündigten Kürbis-Event einen hübschen Beitrag für den Nachmittag zu produzieren. Ohnehin schon eine knappe Nummer, aber kneifen geht ja schlecht. Halbe Stunde Fahrt in den Park, die PK begann mit Verspätung und dann haben die Veranstalter tatsächlich acht Leute ausführlichst und teilweise mehrfach zu Wort kommen lassen. Uns wurde über eine Stunde lang die gesamte Marketingstrategie der Aktion vorgekaut. Der Direktor tat, als hätte er was auf den Ohren und fragte bei seinen Mitarbeitern („Hab ich das jetzt richtig verstanden?“) mehrere Male einzelne, weltbewegende  Details nach, damit die Journalistenmeute sie auch garantiert nicht verpasste. Die Bande auf dem Podium riss Witze. Wäre ich bei der Zeitung, hätte Sommerloch und würde für den nächsten Tag schreiben, hätte ich es eventuell amüsant gefunden. So aber saß ich wie auf heißen Kohlen und sah die Zeit verrinnen. Danach schnappte ich mir meine vier Interviewpartner, vergewaltigte sie in der Ecke zwischen Pferdekarrussell und Achterbahn, raste durch den Park zum Ausgang, kaufte auf dem Weg noch ein Eis als Frühstücksersatz, fluchte im Stau wie ein Rohrspatz, schnitt dann in Windeseile den Beitrag zusammen, galoppierte durch die Redaktion wie eine Gestörte, stieß mir den Fuß, sprach meinen Text ein, fügte alles zusammen, schrieb die Anmoderation und überspielte das fertige Stück eine Minute vor der Deadline. A propos dead: Irgendwann bringt mich das Radio um.

Und damit zur Radiowoche, Teil 5: Video killed the Radio Star von den Buggles. Ausgleichende Gerechtigkeit.

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Kommentare
  1. Sascha sagt:

    Hm, also die Ecke zwischen Pferdekarussell und Achterbahn hört sich ganz interessant an. Da würde ich dir auch glatt ein Eis spendieren 😛

    Aber das hört sich ja wirklich extrem hektisch an. Zwar kenne ich das selbst ein wenig, aber das ist ja auch bei dir nicht der „normale“ Tagesablauf, oder?

    Und gib es zu, ab und an brauchst du diesen Druck, diese Adrenalin-Flashs – auch genau deswegen liebst du den Job doch 😉

    Allerdings möchte ich nicht wissen, wie du reagiert hättest, wenn dann 1 Minute vor Schluss Cheffe aufgetaucht wäre mit dem lapidaren Hinweis, dass man kurzfristig umgestellt hätte und die Story nun doch noch nicht benötigt^^ Da wäre ich nicht so gern in der Nähe gewesen… außer vielleicht zwischen Pferdekarussell und Achterbahn – da hätte ich dann auch ganz laut um Hilfe geflüstert 😀

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