Zum Reinlegen.

Veröffentlicht: 22. Februar 2010 in Geschichten aus dem Supermarkt
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Stuttgarter Westen, kein Parkplatz zu finden, immer dasselbe. Aber ich will ja auch nur ganz kurz in den schnuckeligen, noch sehr neuen Eckladen, das Bittersüß. Dieses Mekka für „Schokolade, Kaffee und Nettigkeiten“. Gaaaaanz kurz! Also parke ich das Auto mit Warnblinkanlage vor einer Garageneinfahrt. Betrete das Bittersüß – und habe sofort vergessen, dass ich überhaupt ein Auto besitze. Denn hier gibt’s nicht nur den Elephant-Vanilla-Chai, den ich 2007 bei den schlurfenden Asiaten in New York gekauft habe. Hier gibt es ganze Regale voller Köstlichkeiten,  Schokolade in jeglicher Form, handbeschriftet oder mit Kunst vorne drauf, mit rosa Pfeffer, Himbeeren oder Ingwer. Fantasievoller Glasperlenschmuck, tolle Postkarten, selbst gemachte Pralinen und Kuchen, herzige Kleinigkeiten der Kategorie „Alles, was ich noch nie gebraucht habe, aber schon immer haben wollte“. Sesselchen, Tischchen, darf’s ein bisschen mehr sein? Jaaaaaaaaaa!

Hüterin der ganzen Kostbarkeiten ist Katja Koshokar-Becker, die fröhlich hinter der Theke steht und mich hereinwinkt, obwohl sie offiziell schon seit einer guten halben Stunde geschlossen hat. Hinter ihr duften die 15 verschiedenen Espresso- und Kaffeesorten, die sie derzeit bereit hält. Während ich mit großen Augen durch die vier kleinen Räume gehe und alle drei Meter seufze, hantiert sie detailverliebt mit Schleife, Schere und Kaffeebohnen, um meinen bestellten Gutschein fertigzumachen. Plaudert auf Nachfrage ein bisschen aus dem Nähkästchen, erzählt, woher die Schokolade stammt und ist überhaupt ganz reizend.

Hingehen, selber gucken. Lohnt. Und vielen Dank auch an den deutlich angesäuerten Garagenbesitzer, der entgegen aller Androhungen doch nicht den Abschleppdienst gerufen hat.

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Kommentare
  1. Sascha sagt:

    Ich bin ja absolut kein Kaffeetrinker… Leuten, denen ich das erzähle, gucken meist immer erst mal komisch 🙂 Aber ja, ich trinke gar keinen Kaffee, auch nicht morgens zum wach werden.

    Aber die Schokolaaaaade – und erst die Praliiiiiinen, die man sich auf den Fotos auf der Website ansehen konnte – ein Träumchen!

    Wir hatten hier bei uns in der Nähe auch mal einen kleinen Pralinen-Laden, der nach original belgischen Rezepten gearbeitet hat. In den Köstlichkeiten hätte ich baden können. Leider hat er vor einigen Jahren geschlossen und was man sonst so hier zu kaufen bekommt -selbst wenn es nicht gerade günstig ist- kommt geschmacklich und oft auch optisch nicht an diese kleinen Meisterwerke heran, an die ich mich immer wieder gerne zurück erinnere.

    Das Wunderbare bei solchen Pralinen ist ja, dass sie so klein und kostbar sind, dass man sich automatisch die Zeit dafür nimmt, diese zu genießen und nicht etwa, wie man es heutzutage sonst so oft gewohnt ist, einfach herunterzuschlingen. Dadurch spenden diese kleinen Kunstwerke nicht nur Genuss, sondern auch Glück und pures Lebensgefühl, abseits des hektischen Alltags.

  2. oh, ich glaube der laden würde mir gefallen.
    😉

  3. und wieso kenne ich den Laden noch nicht? muss ich wohl mal hin…
    Gruss, Tine

  4. miss k. sagt:

    @Sascha: Neulich bekam ich aus Aachen solche Pralinen mitgebracht, die waren schon sehr, sehr lecker. Von Dir aus ist der Weg dorthin ja nicht so weit! 🙂

    @dietauschlade: Ich sach nur Chocolart… 😉 Lieber mal einen Tag länger einplanen. Oder zwei oder drei.

    @Tine Der Laden ist noch relativ neu, gibt es erst ein knappes halbes Jahr. Aber unbedingt mal hingehen! Er ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem „Bittersweet“ im Bohnenviertel (das aber auch sehr kuschelig ist).

  5. goodytales sagt:

    Oh! Ah!

    Sagen Sie mal, Miss K., wie gut kennen wir uns eigentlich?

    Gut genug, um eine kleine Bestellung bei Ihnen aufgeben zu dürfen? Ähem?

  6. goodytales sagt:

    Ach!?

    *hüpf*

    Wie machen wir das denn am geschicktesten?
    Ich könnte eine feine kleine Summe überweisen bzw. vertrauensvoll per Post versenden und Sie stellen mir ein kleines feines Überraschungs-Schoko-Paket zusammen. DAS fänd‘ ich mal großartig!

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