Multiples Leben.

Veröffentlicht: 12. September 2010 in Das Leben im Allgemeinen, Family & Friends, Job
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Seit einem knappen halben Jahr verbringe ich mehr Nächte bei Freunden und Fremden als zu Hause: Als Volo beglücke ich alle vier Wochen eine andere Redaktion, oft in einer anderen Stadt, für Online, Fernsehen oder Radio. Wie sich das anfühlt und wie’s funktioniert habe ich gerade der unternehmenseigenen Intranetredaktion im Interview erzählt. Bitte sehr:

Was sind die positiven und negativen Erfahrungen der Volo-Mobilität?
Packen. Ich hasse packen. Weil ich doch im Voraus nie weiß, was ich brauche. Das führt dann zu solch Albernheiten, dass ich für zwei Wochen Mainz eine exakt ebenso große Tasche packe wie für fünf Wochen Neuseeland. Fast noch schlimmer allerdings: auspacken. Wenn ich wieder zuhause bin, kann es daher passieren, dass ich noch ein paar Tage länger aus dem Koffer lebe. Und für die nächste Reise dann einfach die andere Tasche nehme. Weil sie so schön leer ist und entsprechend viel reinpasst. Weil ich doch im Voraus nie weiß, was ich brauche!

Klasse dagegen sind die fünfzig Momente mehr Leben pro Tag, die die immer neuen Städte und Städtchen mit sich bringen. Weil’s quasi an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Oder wenn man sich notgedrungen auf eine, sagen wir: eher naturbelassene WG mit einem italienischen Doktor der Philosophie einlässt, der lila Spängchen im Haar trägt und ständig halbnackt herumläuft. Und plötzlich merkt man, dass man überhaupt nie wieder ausziehen möchte. Weil man sich schon lange nicht mehr so wohl und willkommen gefühlt hat. (Und weil der Espresso schlichtweg großartig schmeckt.)

Wie schaffen Sie es, trotz des Spagats zwischen ständig wechselnden Jobs, Arbeitsbereichen, Kollegen und Domizilen zur Ruhe zu kommen?
Die Lieblingsmusik. E-Mails. Bücher. Die Twitter-Familie.

Was bedeutet der unregelmäßige Lebensrhythmus für Ihre sozialen Beziehungen?
Schwierig. Für vieles fehlt die Zeit und manchmal auch die Energie. Aber es gibt ein paar sehr wenige Menschen, mit denen es keiner großen Worte bedarf. Und dann ist es doch wieder ganz leicht.

Gibt es bestimmte Dinge, die Sie in jede neue Wohnung mitnehmen?

Das Notebook, denn da sind alle Fotos, die ganze Musik und ein großer Haufen herzlicher Worte drin. Und den Fön.

Entwickelt man eine Organisations-Routine (für Wohnung, Umzug etc.)? Kann man ein wenig vorausplanen oder plant man meist von Station zu Station?
Von Station zu Station. Im Zweifel: von Woche zu Woche. Sorgfältig geschmiedete Pläne sind auch hier nur dazu da, über den Haufen geworfen zu werden.

Verändert sich im Laufe der Volo-Zeit die Art, wie man mit diesem unsteten Alltag umgeht?
Kann ich noch nicht sagen. Aber ich hoffe, dass ich irgendwann lerne, weniger Zeugs in die Tasche zu packen. 😉

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