Der schwarze Schwan.

Veröffentlicht: 4. Februar 2011 in Das Leben im Allgemeinen
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Nina Sayers ringt um Perfektion und verbietet sich darüber jegliche Leidenschaft. Ihr Tanz ist bis ins Letzte kontrolliert, seine makellose, schüchterne  Schönheit bringt ihr die Rolle des weißen Schwans ein. Aber sie soll auch sein verführerisches, bösartiges, schwarzes Pendant tanzen – und davon ist sie Welten entfernt. Ihr fehlt die Leichtigkeit. Sie ist so tief in ihr vergraben, dass ich ihr aus dem Publikum in jeder zweiten Szene ein stummes „Trau Dich endlich, leb‘ verdammt noch mal!“ zuflüstere. Ich kann ihre Angst nachfühlen. Den Ansprüchen nicht genügen, versagen, die Kontrolle verlieren. Gedanken, gemacht dafür, sich selber im Weg herumzustehen.

Die einzelnen Fetzen lösen sich nur mühsam aus ihrer kontrollierten Persönlichkeit und geben einer ausgewachsenen Psychose Raum. Szenen, bei denen ich vor Grauen – und Spannung – beide Hände vor das Gesicht nehme. Die Begleitung guckt erst gar nicht mehr hin.

Jedem halbwegs erfahrenen Hollywood-Zuschauer ist klar, dass Nina die Verwandlung im entscheidenden Moment, nämlich in der Premiere gelingen wird. Und dennoch: Als der stolze schwarze Schwan mit aller Gewalt buchstäblich aus ihr herausbricht, höre ich auf zu blinzeln, weil ich keine Millisekunde verpassen will. Ihre Kraft und ihr Wille, die ganze Ausstrahlung ist atemberaubend. Anbetungswürdig.

„Black Swan“ ist gewalttätig – und gewaltig. In Bildern, in der Musik und vor allem in Portmans Darstellung. Empfehlung: Unbedingt anschauen. (Ich komme noch mal mit.)

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Kommentare
  1. ich würde den Film auch SO gerne sehen! aber ich fürchte ich schaffe es nicht mehr.. 😦

  2. Frau Elise sagt:

    Och, hört sich gut an, danke für den Tipp 🙂

    Übrigens, mein privates Blog habe ich mittlerweile im „Extrablatt“ untergebracht – sehe gerade, dass Du da noch „offensichtlich“ hier drin hast. Da blogge ich natürlich auch noch, aber halt anders 🙂

  3. miss k. sagt:

    @Frau Elise: Oh, ich will ohnehin seit Monaten mal die Blogroll aktualisieren – wird geändert! (Und viel Spaß im Kino!) 🙂

    @Earny: Tu’s. Der Film läuft ja noch nicht sooo lange, und die zwei Stunden sollten sich doch irgendwo finden, notfalls an einem Sonntagmittag. Bei diesem Film lohnt es sich wirklich, ins Kino zu gehen statt zu warten, bis er im Fernsehen kommt.

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