Häkelei.

Veröffentlicht: 20. März 2011 in Aufgelesen
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Häkel- und Strickstunden in der Schule waren das reine Grauen. Meine Handarbeitslehrerin hatte mich innerhalb kürzester Zeit aufgegeben und zog allenfalls die aufgemalten Augenbrauen bis zum Haaransatz, wenn sie begutachtete, was laut Vorgabe ein Schal werden sollte. Der hatte im Laufe des Strickunterrichts ein seltsames Eigenleben entwickelt und veränderte alle paar Zentimeter auf mirakulöse Weise die Breite. Ich hatte damit nichts zu tun, ehrlich.

Nicht einmal meine Großmutter wollte das fertige Teil geschenkt haben, die Stricknadeln rotten bis heute auf einer Mülldeponie vor sich hin. Hätte es damals schon die Blogosphäre gegeben, hätte ich sie stattdessen der Pfiffigsten vom Häkelblog überlassen. Die macht aus Wolle kleine Zauberstückchen mit Haben-will-Effekt. Klasse ist vor allem ihre derzeitige Aktion „Social Eggwork“: Sie hat ihre Leserinnen aufgefordert, selbstgehäkelte Ostereier einzuschicken und verkauft diese nun zugunsten eines Kinderhospizes. Die Galerie umfasst bislang 110 bunte, beschleifte, beblümte, herzige, perlen- und steinchenverzierte Eier. Und das da oben, das gehört jetzt mir.

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Kommentare
  1. meine Schwester hat als Kind für den neugeborenen Cousin einen Bären gestrickt. Auch etwas schief geraten, mit langem dünnen Hals und dicken Beinen und schiefem Gesicht. Aber der Cousin liebte seine „Katze“ – so nannte er den Bären heiß und innig. Und die Oma hat noch weitere Katzen nachgestrickt, eine ganze Katzenfamilie. Alle nach dem schiefen Design der Strickanfängerin. Die Katzen gibts heut noch.

    • miss k. sagt:

      Oh. Du meinst, wenn ich den Schal einer weniger wählerischen Person als meiner Großmutter geschenkt hätte, hätte er durchaus zum stilbildenden Designobjekt werden können? Das ist ja … also … hmmm … vielleicht sollte ich doch noch mal …? 😉

      Nein, lieber nicht. Aber eine schöne Geschichte ist das mit Deiner Familie! 🙂

      • nö, ich meine gar nichts, mir fiel nur die Geschichte ein. bei der wechselnden Breite fiel mir dies ein.

        Heutzutage würde man den Schal um einen Baum stricken und dann wäre es Kunst. so einfach.

  2. goodytales sagt:

    Du willst gar nicht wissen, wie viele Eier ich jetzt wegen Dir bestellt habe.
    (Dieses Jahr kann der Sohn den Osterstrauch dann also gefahrlos umwerfen.)

    • miss k. sagt:

      Sehr gut! Sehr gut! Meine Eier dürften inzwischen auch schon auf dem Weg sein. Ich bin Ostern (und die vier Wochen zuvor und die vier danach) zwar nicht zu Hause, aber das ist ja kein Grund, nicht zu dekorieren. 😉

      • goodytales sagt:

        Das stell‘ ich mir sehr nett vor. So ein kleines, feines, einsames Ei, das sacht vor sich hinschwingend in einer leeren Wohnung trotzig Osterstimmung verbreitet.

  3. vilmoskörte sagt:

    Startest du eine Serienproduktion und trittst mit Häkelei gegen das Häkelschwein an?

    • miss k. sagt:

      Nie und nimmer! Das Häkeln, Stricken und so überlasse ich gerne anderen – wie zum Beispiel Häkelschweins Oma, die die Tierchen für ihn fertigt. Nicht meine Welt. Dann lieber die Handwerkernummer mit Farbrolle und Akkubohrer.

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