Politik des Gehört-Werdens.

Veröffentlicht: 26. November 2011 in Das Leben im Allgemeinen, Family & Friends
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Heute war ich mit Mami im Stuttgarter Landtag, um die medialen Vorbereitungen zum großen Bahnhofs-Showdown morgen zu besichtigen. Wir standen gerade im Plenarsaal, als sie auf die Zuschauertribüne zeigte und sagte: „Da haben wir damals protestiert, während der Plenarsitzung!“ Ich dachte zuerst, ich hätte mich verhört. Meine brave Mama? Im bannmeilenumzogenen Landtag? Protestiert? Jawohl. 1969, da war die Welt noch wild, hatte sie sich mit etwa 20 Mitschülerinnen als Besuchergruppe angemeldet. Auf ein gemeinsames Zeichen hin haben die Mädels Banner ausgerollt, ihre Mäntel aufgerissen und ihre Brüste T-Shirts mit der Forderung entblößt, man möge den Abschluss der höheren Schule als FH-Reife anerkennen.

Ich bin ein bisschen stolz auf Mama. Auch wenn sie, wie sie schmunzelnd zugab, damals brav die Treppe hinuntergegangen ist, während sich ihre beste Freundin Wilma vom Sicherheitspersonal konsequent bis ins Foyer tragen ließ. Erfolg hatten die jungen Damen übrigens auch: Nach der Räumung hat sich der SPDler Peter Conradi angehört, was sie zu sagen hatten. Und nun weiß ich zwar nicht, was aus den anderen Mädchen wurde, aber Mama und Wilma haben gemeinsam an der FH studiert (und können noch heute gackern wie damals, aber das ist eine andere Geschichte.)

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