Kaffee für Fortgetrunkene.

Veröffentlicht: 6. Juli 2013 in Das Leben im Allgemeinen
Schlagwörter:, , , , , ,

MilchkaffeeDer erste Schluck ist eine Offenbarung, der zweite die reine Freude. Weich gebranntes Braun, cremiges Weiß, perfekte Harmonie. Und das, obwohl Milchkaffee in The Barn Roastery als verpönt gilt. Ich übrigens auch ab demnächst. Die Rösterei mit Café im Prenzlauer Berg hat es geschafft, sich in kürzester Zeit bei zahlreichen Kinderwagenschiebern unbeliebt zu machen – mit einem Poller mitten im Eingang. Denn Kinder sind hier nur geduldet, wenn sie weder krümeln noch die Ruhe stören, erklärt der Inhaber sinngemäß im Gespräch mit der „Welt“. Sein Ziel: Kaffee zelebrieren – und da ist er übrigens konsequent: Laptops und Handys sind ebenso unerwünscht, Hintergrundgedudel sucht das Ohr vergeblich.

Und wenn er „Kaffee“ sagt, meint er das auch genauso. Ohne Schnickschnack wie Zucker und Milch. Filterkaffee ist das Gebot der Stunde, handgetropft. Dass ich meinen trotzdem mit geschäumter Milch bekomme, ist ein Zugeständnis an Berliner, die’s noch nicht begriffen haben. Und milchschaumversessene Stuttgarterinnen, die kurz vor der Geburt des ersten Kindes noch möglichst viel unternehmen wollen, was mit der gesamten Baby-Ausrüstung kompliziert wird.

Rüblikuchen

Den mütterlichen Aufschrei kann ich zwar im Ansatz nachvollziehen. Gleichzeitig finde ich es aber selbstverständlich, dass ein Café-Betreiber sein gewünschtes Konzept umsetzen darf. Und hier bin ich also – den hoch gelobten Kaffee kosten und der Barn Roastery nebenbei zeigen, was sie ab August verpassen wird. 😉 Um es kurz zu machen: Ich liebe es. Helle, klare Weiß-und-Holz-Optik, lang gezogene Eck-Theke, eher spartanische Einrichtung mit nicht ganz bequemen Sitzklötzen und langer Bank, Baulampen an Wandhaken. Gedämpfte Atmosphäre, passend zum Regen vor der Türe. Stilechtes Kaffee- und Röst-Equipment. Und ein saftiger, verschwenderisch mit Zuckercreme garnierter Rüblikuchen, der mich gemeinsam mit dem Milchkaffee dazu verführt, hier ein paar Stunden in herrlicher Ruhe zu verbringen.

The BarnCopyright: Erik Borälv

PS: Kurz nach meinem Besuch Ende Mai haben sich die Sonntags-FAZ und die Stuttgarter Zeitung dem Trend zum Filterkaffee und auch der Barn Roastery gewidmet.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s