Archiv für die Kategorie ‘Aufgelesen’

Anprangerung.

Veröffentlicht: 25. Februar 2014 in Aufgelesen
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Martha Stewart weddingsMist. Jetzt hat man mich als angehende Braut mich angefixt, dieses in den USA erhältliche wedding-Heft von Martha Stewart sei ja dermaßen toll. Und sogar als iPad-App erhältlich! Und dann muss ich feststellen, dass es iOS 6 erfordert. Ich habe aber ein iPad der allerersten Generation, damals schon gebraucht gekauft, weil es für meine Zwecke vollkommen ausreicht. Und das heißt: Bei iOS 5 ist Schluss. Eine total durchsichtige Masche von Apple, für ältere Geräte keine Betriebssystem-Updates bereitzustellen. Und leider funktioniert sie. Ich prangere das an!

Grmpf. Ich verweigere mich an dieser Stelle. Kein wedding magazine für mich. Ich kann auch ohne heiraten. Ganz bestimmt.

Vorschlaghammer.

Veröffentlicht: 19. November 2012 in Aufgelesen
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Die Grünen sind ja neuerdings so offensiv transparent und basisorientiert. Beim Bundesparteitag am Wochenende in Hannover war es also nur konsequent, eine große Tafel aufzustellen (Titel: „Hammer-Vorschlag? Vorschlag, Hammer.“), daneben bunte Kärtchen, Stifte, einen Hammer und Monsternägel. Ich stand noch neugierig daneben, als ein Abgeordneter beherzt mit dem Hammer auf den Nagel eindrosch und versehentlich drei weitere samt Kärtchen zu Boden fielen. Da war folgende Forderung der Basis nur konsequent:

Und die Tafel zeigte auch, dass sich die grüne Basis in der einen oder anderen Frage durchaus uneins ist – zum Beispiel bei der Beschneidung. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen: Sie zeigt, dass manche Forderungen bei näherer Betrachtung schlicht und ergreifend nicht umsetzbar sind.

Lummerland.

Veröffentlicht: 1. November 2012 in Aufgelesen
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Ein bisschen mache ich mir Sorgen um Lummerland. Denn wenn Frau Waas mittlerweile im Rewe Hofheim arbeitet, wer bedient dann in ihrem kleinen Kaufladen auf der Insel? Und wenn Frau Waas nicht mehr dort ist, wo sind dann Jim Knopf und seine Molly? Lukas der Lokomotivführer ist ja auch längst weg, er lebt mit Emma mittlerweile im Wald beim Bärensee. Herr Ärmel und König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte müssen sehr einsam sein.

Das war ein ziemlich aufregendes Jahr. Paar Tiefs, viele Hochs und im letzten Viertel – einmal mehr – eine Jungfrau-Kind-Nummer, die sich als Glücksgriff schlechthin entpuppt hat. Ja, macht glücklich. Schau‘ mer mal, wie sich das alles weiterentwickelt.

In den nächsten Tagen aber schaue ich erst noch ein paar Dutzend mal das folgende Video. Weil Schauen wie Hören hier gleichermaßen Freude macht und ich derzeit nicht genug bekommen kann. (Zumal ich auf dem Sofa liege und die Übelkeit niederkämpfe. Eine Introspektive zu Weihnachten hatte ich mir irgendwie besinnlicher vorgestellt.)

Merry Christmas!

Um Gottes Willen!

Veröffentlicht: 7. Dezember 2011 in Aufgelesen
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Josef ist völlig von der Rolle. Gestern hat der Zimmermann erfahren, dass seine Maria schwanger ist – aber ganz eindeutig nicht von ihm. Und sie will von nix gewusst haben! Dass sie ein bisschen in die Breite gegangen ist, das hat er natürlich schon bemerkt. Aber so etwas sagt man einer Frau ja nicht, da macht Josef keine Ausnahme. Jetzt weiß er nicht recht, was er tun soll: Maria verlassen, auch wenn sie dann gesteinigt wird? Gnade vor Recht ergehen lassen? Ist ja alles nicht so einfach.

Keine Ahnung, wie’s Euch geht. Ich jedenfalls bin total gespannt, was da noch rauskommt. 😉

Und mitten in der braunen Kacke, die von Thüringen aus anfängt zu dampfen und ihren Gestank über die ganze Bundesrepublik ausbreitet, gibt es auch noch die Geschichte eines früheren baden-württembergischen Verfassungsschützers, der sich privat im Studienzentrum Weikersheim engagierte – in dieser Akademie, die vom umstrittenen Hans Filbinger mitgegründet wurde und der immer wieder Verbindungen zur rechtsextremen Szene und zur NPD nachgesagt werden. Der ehemalige Ministerpräsident Günther Oettinger musste seinerzeit – unter öffentlichem Druck – auf eine persönliche Referentin verzichten, weil sie Mitglied des Studienzentrums war. Seine eigene Mitgliedschaft, qua Amt bestehend, hatte er zuvor aus formalen Gründen gekündigt.

In dieser Zeit ging laut Medienberichten der oben genannte Verfassungsschützer, zuständig für die Beobachtung der linksextremistischen Szene, also zu seinem Chef und informierte ihn über seine Weikersheim-Tätigkeit. Er wurde umgehend in ein Regierungspräsidium versetzt. Eine solche Verquickung ist für den Verfassungsschutz nicht vertretbar.

Nach seiner Versetzung war der Mann weiterhin für das Studienzentrum aktiv. 2009 berichtete eine rechtsextremistische Zeitung, das ist im Internet nachzulesen, er habe bei einer Veranstaltung der Nachwuchsorganisation Jung-Weikersheim über die Linkspartei referiert (die er bei der Gelegenheit dem Artikel zufolge als „linksextremistisch“ bezeichnet hat) und dabei auch über seine diesbezüglichen Erkenntnisse als Verfassungschützer berichtet.

Im Privatleben ist der Mann laut Medien bei der CDU und derzeit Ortsvorsitzender irgendwo im Enzkreis. Geht man in seiner politischen Historie zurück, trifft man auf die Junge Union, bei der er Mitglied war. Hier hat er früheren Parteikollegen zufolge vor Jahren an einem extrem fragwürdigen Antrag mitgewirkt – nämlich mit dem Ziel, den Asylrechtparagrafen im Grundgesetz abzuschaffen.

Man muss ihm zugute halten, dass er seinen Vorgesetzten beim Verfassungsschutz offenbar freiwillig informiert hat, vermutlich genau zu dem Zeitpunkt, als das Studienzentrum Weikersheim so viel mediale Aufmerksamkeit bekam. Ich will hier auch keine Vermutungen darüber anstellen, wie weit rechts dieser Mann einzuordnen ist. Ihn sofort zu entfernen, war meiner Meinung nach das einzig Richtige – für Verfassungsschützer müssen noch mal ganz andere Maßstäbe gelten als für Normalmenschen. Dieser Fall, der vergleichsweise immer noch klein und harmlos ist, schürt allerdings die Bedenken in der derzeitigen Diskussion über Rechtsextremismus und den Verfassungsschutz. Ich möchte nicht wissen, was in den Behörden der verschiedenen Länder sonst noch so los ist.

Oder doch. Ich will’s wissen.