Archiv für die Kategorie ‘Die Liebe im Besonderen’

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Nicht mehr ganz frisch, aber immer noch glücklichst verliebt und gemeinsam in Paris – da gehört ein Vorhängeschloss an einer der Seine-Brücken zum süßen Pflichtprogramm. Wir fanden die Idee schön, so richtig begeistert aber war das neunjährige Kind in unserer Begleitung. Erste Enttäuschung gab es bei der Auswahl des Schlosses. Das Kind verlangte nach der klassisch mattgoldenen Variante mit Schlüssel zum In-die-Seine-Werfen. Der Mann und ich fanden das poppig bunte Zahlenschloss mit Platz für den Jahrestag besser. Zum Glück nichts, was ein Eis am Ufer nicht wieder ausgleichen konnte. Der Mann programmierte den gewünschten Zahlencode und gravierte mit der Spitze seines Taschenmessers unsere drei Namen in das Schloss.

Nachdem das Kind auf der Pont des Arts einen adäquaten Platz ausgesucht hatte, stellten wir allerdings fest: Bei der Programmierung war wohl etwas schief gegangen. Das Schloss ließ sich nicht schließen. Der Mann probierte, ich probierte, derweil hüpfte das Kind um uns herum und quengelte „Papa, Papa, lass mich mal!“ – „Nein, wir machen das jetzt.“ – „Aber Papa, ich kann das, lass mich auch mal!“ Irgendwann gaben wir auf und das Schloss dem Kind. Es dauerte genau 30 Sekunden, da machte es Klick und das Kind verkündete freudestrahlend „Guckt mal, ich hab’s zugekriegt!“ Schade, dass es zu dem Zeitpunkt nicht am Geländer hing, denn: Jetzt ging das Schloss nicht mehr auf. Wir probierten die ersten Zahlenkombinationen systematisch von 000 bis 250 durch – erfolglos. Der Mann übte sich als Auslöser dieser Pleite in Selbstkasteiung, ich lachte und schlussendlich entschieden wir, das Schloss zu Hause ins Regal zu stellen. Hat ja auch nicht jeder.

Wir hatten die Rechnung allerdings ohne das Kind gemacht. Auf dem Weg zur geplanten Seine-Rundfahrt flossen erst heiße Tränen, dann verlangte es das Schloss und schlurfte fortan mit gesenktem Kopf und fliegenden Fingern schniefend neben uns her. Drei Souvenirläden später konnte ich das Elend nicht mehr mit ansehen und ging hinein, um ein neues Schloss zu kaufen, mattgolden und mit Schlüssel. Als ich an der Kasse stand, ein Jubelschrei: „Jaaaaaaaaaa, ich hab’s, ich hab’s, ich hab’s geschafft!“ Schloss offen, ich baff, Papa irgendwo zwischen beschämt und stolz, Kind unbändig glücklich. Nach der Seine-Tour, inzwischen war’s tiefnacht, gingen wir zurück zur Pont des Arts und vollendeten den Plan.

So haben wir jetzt ein Schloss in Paris. Und ein Kind, das ebenso stolz wie froh ist.

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Süß.

Veröffentlicht: 26. August 2012 in Das Leben im Allgemeinen, Die Liebe im Besonderen
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Ich war überhaupt kein Nutella-Kind. Die habe ich erst zu Studienzeiten entdeckt, dann aber richtig. Löffelweise. Die Gläser hielten alle nicht sonderlich lange und nach ein paar Jahren zog ich die Notbremse: Nutella kam nicht mehr ins Haus, außer vielleicht mal zu besonderen Gelegenheiten. Inzwischen sind diese Gelegenheiten zahlenmäßig bei Null angelangt. Was ich mir aber immer noch gerne gönne, sind die Nutella-Einzeldosen, die man in der Gastronomie serviert bekommt. Wenn ich die nicht direkt dort aufs Brot schmiere, stecke ich sie sogar ganz schamlos in die Tasche – genauso wie die übrig gebliebenen Packungen meiner Mitesser. 15 Gramm sind da jeweils drin, also aus Sicht echter Nutella-Freunde geradezu lächerlich klein, aber was soll’s.

Auf diesem Wege hatten sich hier in den vergangenen Monaten vier Päckchen angesammelt, wie mir heute morgen – verregnet, gemütlich, spätes Frühstück an einem ausnahmsweise freien Sonntag – einfiel. Der Mann – weder Nutella-Kind noch sonstwie großartig schokoladig unterwegs – betrachtete die kleine Sammlung interessiert und fragte dann: „Kann ich auch was haben?“ “ Klar“ sagte ich, „nimm Dir eins.“ Woraufhin er mit einem leicht entgeistertem Blick sagte: „Neeeiiin, kein ganzes! Mir reicht was von Deinem!“

Süß.

Zwei Haushalte in einem ist einer zuviel. Klingt logisch, ist aber in der Realität des Zusammenziehens gar nicht so klar. Oder einfach. Und so führte der kürzliche Rüberzug meiner Schwester zu ihrem Mann E. dazu, dass wir Mädels heute die Küchenschränke geputzt und zahlreiche Kisten ausgepackt und, nun ja, auch gleich ein bisschen aufgeräumt haben. Naturgemäß ging dabei rein versehentlich leider einiges zu Bruch. Manche Sachen erwiesen sich auch einfach als unvollständig.

Ich: „Du, der Keramikdeckel hier ist herrenlos. Wo ist denn der Topf dazu?“
Sie: „Keine Ahnung. Schmeiß weg.“
Ich: „Ja, aber wenn der Topf später auftaucht?“
Sie: „Dann kommt er in den Müll, hab‘ ja keinen Deckel mehr.“

Andere Dinge wiederum verschwanden. Einfach so.

Ich: „Hey, die Bananenbox, braucht Ihr die?“
Sie: „Moooaaaaaaa, das blöde Ding! E. wollte es unbedingt haben und jetzt liegt’s rum.“
Ich: „Mein Mann erzählt mir seit Wochen, dass er dringend wieder eine kaufen muss.“
Sie: „Nimm mit. Super! Hihi. ‚Keine Ahnung, Schatz, wo das Teil ist!‘ :-D“
Ich: „‚Aber mein Mann hat genau die gleiche!‘ :-D“

Jo, war neben all der harten Hausarbeit ein durchaus lustiger Tag. 🙂

Oma und Patrick.

Veröffentlicht: 19. Oktober 2011 in Die Liebe im Besonderen, Family & Friends
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Twitter erzeugt manchmal sehr unverhofft sehr schöne Dialoge:

„Und manchmal steht Patrick Swayze auf seiner Wolke, schaut herunter auf die Timeline und denkt sich: „Was für ’ne gequirlte Scheiße!““
„Nur bei ganz außergewöhnlich schönen Tweets summt er leise „Timeline of my life“ vor sich hin. Nehme ich an.“
„Patrick spielt übrigens immer Bingo mit Deiner Oma. Den beiden geht es prima. <3“
„Patrick ist meiner Oma garantiert rettungslos verfallen. Und nach dem Bingo tanzt er mit ihr Mambo.“
„Da bin ich mir sicher! Und Mambo ist auf Wolken auch nicht so belastend für die Gelenke. Die haben Spaß da oben. Darauf stoßen wir an.“

Happy birthday, Gran. ♥

I kiss you, you kiss me.

Veröffentlicht: 6. Mai 2011 in Aufgelesen, Die Liebe im Besonderen
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Da möchte ich doch gerne noch mal so jung sein. Wobei, natürlich, meine Generation niiieeee so früh angefangen hätte. Mein erster Kuss war deutlich später, auf irgendeiner Jugendfreizeit. Dafür stand auch niemand mit der Kamera vor uns und sagte ständig „No more, no more“. Hat auch was für sich.

Nichts hinzuzufügen.

Veröffentlicht: 23. September 2010 in Die Liebe im Besonderen
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Und unter vielen anderen Gefühlen liegt hier auch eines für Dich. Das ich nicht recht in Worte fassen kann. Auch nicht in Worte fassen will. Weil es aus so vielen Facetten besteht, dass sich die Worte untereinander streiten müssten. Dass ich sie ich mir vorknöpfen müsste. Als hätte ich nichts Schöneres zu tun. Oder zu träumen. Als seien sie nicht Vergangenheit.

Das Fingerspitzengefühl unserer Gedanken. Ein letztes Streicheln. Und dann lass gut sein.

By the way.

Veröffentlicht: 3. Juli 2010 in Die Liebe im Besonderen
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(Es ist übrigens Sommer.)