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Mein Brautkleid bleibt mein Brautkleid.

Veröffentlicht: 18. Februar 2014 in Family & Friends
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„Es tut mir leid, Sie müssen das Kleid jetzt wieder ausziehen.“ BITTE?!?
„Gerade kam eine Kundin, die ist extra wegen dieses Modells da.“ petticoat

Da stehe ich also. Der Mann und die beste Freundin schauen völlig hingerissen. Ich trage ein traumhaftes Brautkleid, es ist das erste, das ich überhaupt anhabe und das einzige, das ich in diesem Laden anprobiere. Er ist wunderhübsch und ich fahre schon lange täglich mit der Bahn daran vorbei, aber er wird schließen und es sind nur noch ein paar wenige Brautkleider da. Das hier habe ich zielsicher rausgegriffen, es hat mich sofort begeistert. Die anderen sind nicht mein Fall. Aber kann ich ernsthaft das allererste Kleid kaufen, in das ich reinschlüpfe? I mean, really? Und was ist mit den geplanten Besuch etwa dreier Brautstudios und dem Posing in mindestens 20 Kleidern bei Prosecco? Ich will ja nur ein einziges Mal heiraten, das muss ich sowas doch voll auskosten!

Ich regle das über den Preis, denke ich mir. Das Kleid ist bestimmt auch mit Räumungsverkaufrabatt so teuer, dass ich es nicht innerhalb von zehn Minuten kaufen werde. Im Grunde genommen habe ich noch nicht mal die, denn die Verkäuferin lässt mich das Kleid keine Sekunde lang reservieren – es ist eben Räumungsverkauf. „Was kostet es?“ frage ich also. „400 Euro“ kommt die Antwort, mir rutscht das Herz Richtung Reifrock. Ich schiele selbst aufs Schild. Heruntergesetzt von 980 Euro. Mist.

Ich ziehe das Prachstück erst mal wieder aus und schaue zu, wie es weggetragen wird. Ratlose Beratung mit den mitgebrachten Beratern. Was jetzt? Geht das? Einfach kaufen? Loslassen? Auch andere Brautläden haben schöne Brautkleider? Ja. Aber! Da kommt noch mal die Verkäuferin. „Wissen Sie“, strahlt sie, „das Kleid passt total gut zu der anderen Kundin, denn es heißt ‚Katrin‘ – und die Kundin heißt auch Katrin!“ Sensationell. Mit einem trockenen „Ich auch“ bringe ich die Dame erst mal zum verblüfften Schweigen. Noch mal Rücksprache. Noch mal die im Kleid geschossenen Fotos anschauen. Und der Mann sagt: „Weißt Du. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du in irgendeinem anderen Kleid noch schöner aussiehst.“

Meins.

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