Mit ‘Google’ getaggte Beiträge

Ich liebe das Internet. Ich kann jederzeit auf die andere Seite der Welt gucken, Nachrichten lesen, sinnlos Zeit verplempern mich unterhalten – toll. Vor allem ist fast alles, was ich wissen will, nur ein paar Klicks weit entfernt. Beruflich ein großer Vorteil. Privat ist es, naja, so eine Sache.

Inzwischen, das muss ich zugeben, werden bei mir viele Bekanntschaften standardmäßig gegoogelt beziehungsweise ist man über die diversen Communities ohnehin miteinander vernetzt und bekommt auf diese Weise  zwangsläufig so einiges mit. Dadurch kommen immer mal wieder Details ans Licht, die man lieber nicht wüsste. Manchmal ist es demütigend aber unterm Strich besser, wie bei diesem kleinen Gau hier. Ein früherer Verehrer beispielsweise (und ich verfremde die Realität an dieser Stelle ein bisschen zwecks Datenschutz) hat sich einstmals auf der Seite eines Bäckers verewigt, der regelmäßig eine Holde aus dem Dorf zum Mohnbrötchenmädchen krönte und auf seiner Homepage ausstellte. Das kommentiert dieser Verehrer im Gästebuch sinngemäß so: „Tolle Mohnbrötchenmädchen-Galerie! Nach genauer Betrachtung gefällt mir Mohni am besten, und über eine Nachricht von ihr würde ich mich total freuen.“ Zusammen mit vollem Namen und geschäftlicher (!) E-Mail-Adresse.

Das ist schon ein bisschen mehr als plump. Aber wie soll man das nun bewerten? Eine Momentaufnahme, entstanden vor Jahren, ein unbedachter Augenblick, eine Jugendsünde? Oder Standard und bis heute das Maß aller Dinge? Üblicherweise vertrete ich die Position, dass sich Menschen auch jenseits der Dreißig noch weiterentwickeln. Oder zumindest weiterentwickeln können. Mit dieser Einstellung bin ich aber auch oft genug an der Realität gescheitert. Vielleicht also Grund genug, wegen der paar Zeilen im weltweiten Web direkt die Finger davon zu lassen.

Vermutlich wär’s allerdings sinnvoller, die Finger stattdessen von der Tastatur zu lassen und sich mit unverstelltem Blick und gesundem Menschenverstand eine persönliche Meinung zu bilden – zumal viele der ergoogelten Infos auch offen für Interpretationen sind (und zwar im Zweifel die falschen). Faktisch bin ich aber viel zu neugierig, um dieses an sich großartige Medium nicht zu nutzen – auch wenn ich’s manchmal anschließend wirklich lieber nicht gewusst hätte. Klassischer Fall von Segen und Fluch zugleich.

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Lochfraß bei Google.

Veröffentlicht: 20. März 2009 in Aufgelesen, Die Liebe im Besonderen
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Die kleine Raupe Nimmersatt gehört zu meinen liebsten Büchern aus der Kindheit und, um ehrlich zu sein, auch aus meiner frühen Erwachsenenzeit. Das hat weniger infantile Gründe, als der eine oder die andere gerade vielleicht denken mag. Es liegt vielmehr daran, dass einer meiner Ex-Freunde mich immer die kleine Raupe Nimmersatt genannt hat. Warum? Nun ja, ich küsse einfach ungemein gerne, und hey, wenn man schon mal jemanden an der Hand hat, der das fantastisch gut kann – also, ich nutze das aus. Ausgiebig. Und deswegen war es mir auch gerade eine ganz besondere Freude, als ich Googles neuestes Logo-Gimmick entdeckte:

google-nimmersatt1

(Ich hab den Kerl natürlich sofort angerufen. Er war begeistert: „Hey, was machst Du denn auf Google?“)