Mit ‘Gravis’ getaggte Beiträge

Lustkauf, leider verdorben.

Veröffentlicht: 4. August 2015 in Geschichten aus dem Supermarkt
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Ich hab’s getan. Bin einem Jahr nach Erscheinen erlegen. Dem iPhone6. Weil mein 4er hinten und vorne gesplittert ist. Weil das Betriebssystem nicht mehr aktualisiert wird. Weil ich damit die neue Produktions-App meines Arbeitgebers nicht nutzen kann. Weil ich es schon sechs treue, lange Jahre habe. Weil das 6er so tolle Fotos machen kann.
WEIL ICH WILL!

Aber Gravis hat’s mir versaut. Eben beim Abholen des online bestellten Artikels im lokalen Geschäft.

Verkäufer: „Welche Hülle nehmen Sie denn dazu?“
Ich: „Keine, die gefallen mir nicht.“
V:  „Wir haben alle auch ausgepackt da, zum Anfassen.“
K: „Danke, sie gefallen mir nicht.“
V: „Sie sollten Ihr iPhone aber schon schützen.“
K: „Klar.“
V: „Dann kann ich Ihnen noch verschiedene Versicherungen empfehlen.“
K: „Habe ich online gesehen, nein danke.“
V: „Aber blablablaaaaa blabla Wasserschaden…bla….Sturz…bla….bla… kostet auch nur 99 Euro für zwei Jahre.“
K: „Nein, danke.“
V: „Sie haben vorhin den Kameraschutz für 10 Euro angesehen, wenn Sie den zur Versicherung dazunehmen, kann ich Ihnen um 20 Euro entgegenkommen.“
K: „Nein.“
V: „Das sind dann nur noch 70 Euro, das lohnt sich wirklich, weil da ist dann blaaaa…Wasserschaden…blabla…Sturz…..“
K: „Nein.“
V: „Nehmen Sie den Kameraschutz dann trotzdem mit?“
K: „Nein. Sie könnten mir aber mal eben sagen, was die Reparatur vom Gehäuse des iPhone4 kosten würde.“
V: „120 Euro.“
K: „Aha, danke.“
V: „Aber nicht, dass Sie jetzt denken – beim iPhone 6 würde das viel teurer werden, da sind wir gleich bei 300 oder 400 Euro, da würde sich dann der Versicherungs…“
K: „Nein.“
V: „Das ist schon sinnvoll, weil blaa…..Sturz…blablaaaaa…..Wasserschaden….blaaaa.“
K: „Kann ich das Angebot auch nachträglich dazukaufen?“
V: „Ja, natürlich. Dazu müssten unsere Techniker das Gerät dann überprüfen, da wird zusätzlich zur Versicherung eine Servicepauschale fällig.“
K: „Dann nicht.“
V: „Na gut. Aber ich habe es Ihnen gesagt!“
K: „Durchaus.“
V: „Also, hier ist Ihr iPhone. Ein Jahr Garantie.“
K: „Gibt es nicht eine gesetzliche vorgeschriebene Garantiefrist von zwei Jahren?“
V: „Gewährleistung! Gewährleistung, nicht Garantie. Gewährleistung bedeutet, dass das Gerät  bei Übergabe einwandfrei sein muss. Wenn in einem Jahr und zwei Monaten die Kamera kaputtgeht, dann ist das nicht mit der Gewährleistung abgedeckt. Und die Gewährleistung ist auch nicht gültig für Sachen wie Sturz…bla…Wasserschaden…bla.“

An diesem Punkt bin ich kurz davor, das Ganze abzubrechen und das Geschäft ohne iPhone zu verlassen. So ein unverfrorenes, drückerhaftes Verkaufsgespräch habe ich selten erlebt. Weil ich aber endlich ein neues Smartphone und zwar dieses will, halte ich durch. Mit zusammengebissenen Zähnen. Was mich gerade etwas ärgert, ich hätte ihm doch besser drei warme Worte zum Thema Verkaufsstrategie mitgeben sollen. Möglicherweise kaufe ich auch in sechs Jahren oder so eines der Nachfolgemodelle. Oder Zubehör. Aber garantiert nicht mehr hier. Und vielleicht freue ich mich nächste Woche über das neue schicke Dings, das mich dann begleitet. Aber für den Moment ist mir die Lust daran gründlich vergangen. Schade drum, Gravis.