Mit ‘Kind’ getaggte Beiträge

Die etwas jüngere Sicht der Dinge.

Veröffentlicht: 22. Mai 2013 in Family & Friends
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Wir liegen frühmorgens im Bett, das zehnjährige Kind des Mannes und ich, der Wecker hat gerade geklingelt und wir gönnen uns noch ein paar Minuten. Das Minidings in mir macht nämlich Turnübungen, das sieht lustig aus. Da fängt das Kind an zu sinnieren, wie viele kleinere Geschwister denn da noch rauskommen könnten. Ich versuche, sanft zu bremsen: Jetzt erst mal das eine.

„Hey“, schlägt das Kind vor, „Ihr könnt ja noch eins kriegen, wenn ich aus dem Haus bin!“ – „Öhm, ja, also, nein, glaub‘ nicht“, sage ich. „Wenn ein zweites gemeinsames, dann wohl eher schnell.“ – „Stimmt!“, kommt lachend die Zustimmung. „Bis ich ausm Haus bin, da ist Papa so alt, da haste auch keinen Bock mehr.“

 

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Die kleine groß Zehnjährige des Mannes muss heute zum ersten Mal beim Bahnfahren umsteigen. Was ihr bislang alleine gedanklich enorme Bauchschmerzen bereitet hat, aber diesmal lässt es sich nicht vermeiden – die Bahn hat auf Ferien-Fahrplan umgestellt und wir können sie bei der Ferienbetreuung nicht pünktlich abholen. Woraufhin sie sich tapfer bereit erklärt, das mal zu probieren.

Am Morgen zieht sie los, bewaffnet mit einem riesigen Zettel mit genauer Beschreibung, verschiedenen Abfahrtszeiten, Stadtbahn-Nummern und -zielen, Telefonnummern, Handy und der strikten Order, sich vor und nach der kleinen Bahnreise zu melden. Was sie auch brav tut und mir – weil gerade abwesend – auf die Mailbox spricht. Ich erwische sie zehn Minuten später auf ihrem Mobilfon für Notfälle. Da sitzt sie schon quietschvergnügt an der Zwischenhaltestelle, ist ein bisschen stolz und hat alles voll im Griff.

Doch dann senkt sie die Stimme, legt ein paar Bedenken rein und sagt: „Aber Du, miss k?“ – „Ja?“ – „Weißt Du, ich hab das Ticket vergessen.“

Das zehnjährige Kind und ich unterhalten uns im Schwimmbad über ein optisch ungleiches, am Beckenrand heftig knutschendes Pärchen. Sie wiegt ungefähr dreimal so viel wie er. Das Kind findet: Passt nicht. Ich versuche, eine Lanze zu brechen: „Vielleicht passt es aber sonst ganz wunderbar, weißt Du? Ich vermute, die denken ähnlich, finden die selben Dinge gut, haben den gleichen Humor und so.“

Das Kind denkt kurz nach, wägt die Wahrscheinlichkeiten ab und sagt dann: „Na gut. Dann muss sie aber unten liegen.“