Mit ‘Neuseeland’ getaggte Beiträge

Was mir gerade einfällt.

Veröffentlicht: 24. November 2011 in Travel
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In Wellington ist es jetzt halb zwölf Uhr mittags und mir blieben noch etwa acht Stunden, um mich im Te-Papa-Museum herumzutreiben, ein bisschen über den Victoria Hill zu spazieren und mit den quietschbunten Punkten auf der ansonsten klassizistischen Stadtgalerie Hypnose zu spielen, bevor ich mich für Spare Ribs und Bier in die Mac’s Brewery begebe, das Kaminfeuer im Rücken und die Wellen entlang der Mole fest im Blick.

Ach ja.

NewZ XVII. Stille zum Jahreswechsel.

Veröffentlicht: 31. Dezember 2010 in Travel
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Bei Sonnenschein, so sagt man in Neuseeland, sind die Sounds wunderschön. Bei Regen aber werden sie zur Offenbarung. Dann stürzen sich statt sonst drei um die dreihundert Wasserfälle die steilen Felsen hinunter. Insofern haben wir an diesem Silvestermorgen Glück. In Wolken fliegen tief, in der Luft hängt Feuchtigkeit. Der Bug des Katamarans gleitet durch das fast schwarze Wasser. Aus dem Nebel vor uns tauchen immer neue Hügel in den verschiedensten Schattierungen von Grau hervor. Nach und nach offenbaren sie ihr gedecktes Grün, von den Bäumen, die sich dicht an dicht an den nackten Steilhängen festkrallen.

Gegen Ende der Fahrt meldet sich der Käpt’n. Er würde gleich die Maschinen stoppen und bitte jeden Einzelnen, sich bis dahin einen festen Platz zu suchen und dort zu bleiben. Ohne zu sprechen, ohne zu fotografieren. Und dann passiert in einem Seitenarm des Sounds ein Wunder der Stille: Wir treiben mehrere Minuten mucksmäuschenstill über die spiegelglatte, graue Wasseroberfläche, auf der ein paar letzte Tropfen Kreise ziehen. Von den Wasserfällen rundherum untermalt ein sanftes, gleichmäßiges Rauschen die Szenerie. Es ist erhebend.

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NewZ XVI. Arschglühen.

Veröffentlicht: 29. Dezember 2010 in Travel
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Über dem Lake Te Anau türmt sich eine dunkle Wolkendecke, unterbrochen von einzelnen Sonnenstrahlbündeln. Der Weg zu den Glowworm Caves führt nur über den See. Der Wind weht so stark, dass wir uns auf dem Katamaran mit beiden Händen an der Reling festhalten müssen. Nach dem Aussteigen kämpfen wir mit Hör- und Gleichgewichtsstörungen.

In der Höhle ist es laut. Das saure Wasser frisst sich seit 35 Millionen Jahren seinen Weg durch das  riesige Höhlensystem aus Kalkstein, es gurgelt um uns herum und stürzt sich in dunkle Tiefen. Je weiter wir hineinkommen, desto stiller wird es, bis wir schließlich mit dem Boot in eine Kaverne gelangen. Sie ist zappenduster, aber an den Wänden glühen Zehntausende winziger Leuchtdioden. Weißblaues, kaltes Licht, powered by Glühwürmchen-Larven. Sie hängen bis zur Verpuppung neun Monate lang an den Wänden und fressen, was reingeht. Dazu sondern sie bis zu 20cm lange Schleimfäden ab. Sobald sich ein Insekt darin verheddert, wird es hochgezogen und verdaut. Je hungriger die Larve ist, desto heller leuchtet sie – oder um genau zu sein: ihr Verdauungstrakt. Faktisch glüht beim Glühwürmchen also nur der Arsch.

Wir sind restlos fasziniert: Dunkle Stille, Abertausende glühender Zauberwürmchen. Insgesamt könnte dieser Ausflug höchst romantisch sein. Wenn man nur wüsste, ob die Tropfen, die gelegentlich von der Decke fallen, nur Wasser sind oder ob im Gesicht gerade ein abgestürztes Glühwürmchen notlandet.

„A nice 5-hour-walk“ stand in dem Wisch der örtlichen Touristeninfo über den Roberts Point Track, der uns am ersten Weihnachtsfeiertag zu einem Aussichtspunkt hoch über dem Franz-Josef-Gletscher führen sollte. Vermutlich die übliche Angabe für Fußkranke. Daher waren wir etwas irritiert, als wir nach einer halben Stunde ein Schild passierten: “ Danger! Access beyond this point is unsafe due to hazards such as steep drops, slippery and unstable surfaces.“ Nun ja. Wir bogen um die Ecke – und standen vor dem Nichts. Das schmale Sims aus Naturstein, das sie da aus den Felsen am Abgrund rausgemeißelt hatten, war doch wohl nicht deren Ernst!

Doch, war es. Die nächsten paar Stunden sprangen wir über Bäche, stolperten über glitschige Moräne, zogen uns an Wurzeln die Felsen hoch, krochen unter Ästen durch. Überquerten in Indiana-Jones-Manier Hängebrücken mit 15 Zentimetern Breite, die ausdrücklich jeweils nur für eine Person begehbar sind. Hangelten uns über lange Stege, die lose in den Felsen getackert worden waren – unter uns 50 Meter Luft und jede Menge Grün.

Irgendwann schleppten wir uns in dieser Wildnis durch eine letzte Kurve und stießen einigermaßen verblüfft auf eine kleine Lichtung mit Tisch und zwei Bänken. Dann drehten wir uns um – und blickten direkt auf den Gletscher, der sich mit seinen dunkel gezackten Spalten majestätisch durch das Tal wälzt. Ganz großes Weihnachtskino!

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NewZ XIV. Beware of the Schokokugel-Kea.

Veröffentlicht: 24. Dezember 2010 in Travel
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Dass die Federviecher dreist sind, unerschrocken und endlos verfressen, das hatten wir gehört. Auch, dass sie bei entsprechendem Appetit sogar gerne mal die Gummidichtungen rund um die Fenster rausrupfen. Etwas überrascht waren wir dennoch, als wir auf dem höchsten Punkt des Arthur’s Pass quer über die Southern Alps anlangten und der erste Kea vom Dach des benachbarten Fahrzeugs zu uns herunterkreischte. Gelacht haben wir noch und die Kameras gezückt, als wir auf der Terrasse des Cafés dort oben beim Milchkaffee saßen und ein ziemlich dickes Exemplar sich furchtlos bis an den Rand unseres Tisches wagte. So schnell, wie er sich dann rotzfrech die Schokokugel von meiner Untertasse geklaut hat, konnte ich allerdings nicht auslösen.

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NewZ XIII. Blown away.

Veröffentlicht: 22. Dezember 2010 in Travel
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Schuld am windigen Image von Wellington ist die Cook Strait, die Wasserstraße zwischen Nord- und Südinsel. Sie ist so schmal, dass die Nordwestwinde hier noch mal enorm an Tempo gewinnen. Das Ergebnis: Im Schnitt pustet der Wind jeden zweiten Tag mit mehr als 60 km/h durch die Stadt. Beim großen Wahine-Sturm 1968 erreichten die Windböen sogar 270 km/h – das ist zweifache Hurrikanstärke.

Die blieb uns heute bei der sonnigen Überfahrt zum Glück erspart. Trotzdem wurden wir drei Stunden lang ordentlich durchgepustet. Macht aber nix – ab aufs oberste Deck, Lieblingsmusik ins Ohr und die Gedanken durch die Marlborough Sounds flattern lassen. Wenn wir die Nordinsel schon hinter uns lassen müssen, dann so. Noch schöner is nich.

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NewZ XII. Calling Santa.

Veröffentlicht: 20. Dezember 2010 in Travel
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Diese Neuseeländer. Stellen auf so ’nem innerstädtischen Grünfleck eine quietschrote Telefonzelle hin und schreiben „Santa Line“ drauf. Innen drin ein Schild „For your direct line to Santa, simply pick up the phone and press ‚A‘. Once you’ve left your wish, hang up and look skywards.“

Und ich. Gehe rein, drücke  ‚A‘ und lausche gespannt dem Klingeln. Santa ist nicht da, sein Anrufbeantworter schon. Er müsse derzeit die Rentiere trainieren. Die Scheißviecher hätten das ganze Jahr über gefressen und seien alles andere als in Form für den großen Tag. Man könne aber Wünsche jeglicher Art hinterlassen.

Was ich dann auch tue. Natürlich.