Mit ‘Radio’ getaggte Beiträge

Schneidende Kälte.

Veröffentlicht: 22. Februar 2011 in Funstuff, Job
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Radio am frühen Morgen: „Im Schnitt gibt es heute minus 2 bis plus 2 Grad.“
Kopf in tiefem Schlummer: „Häh? Wir haben im Schnitt doch ’ne Heizung!“

Jaja. Zum Denken war’s noch etwas früh.

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Und jede Einzelheit – du denkst nicht dran –
wird einmal wichtig, nichts mehr ist banal,
denn alles das erlebst du irgendwann
zum letzten Mal.

Michael Ende, „Was immer du erlebst…“
aus „Trödelmarkt der Träume“

Das berührende Ende eines wunderbaren Radiofeatures über Michael Ende von meinem Kollegen Sven Preger. 14 Minuten, die glücklich machen. Anhören, bitte, mit geschlossenen Augen und einer Tasse Tee.

Losleben.

Veröffentlicht: 15. Juni 2010 in Das Leben im Allgemeinen, Job
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by Jon Ovington

Liebe Liv,

Wahnsinn. Ich durfte Deine Eltern – in gewisser Weise warst Du ja dabei – fürs Radio interviewen, als noch fast niemand von Dir wusste, noch nicht mal der Rest der Familie. Eines kann ich Dir sagen: Als Reporterin habe ich schon einiges erlebt, aber noch nie war ich so berührt wie vom unverhohlenen Glück Deiner Eltern. Acht Jahre lang hatten sie probiert, ein Kind zu zeugen. Konnten an keinem Kinderwagen vorbeigehen, erlebten eine Fehlgeburt und für Deine Mama – die am liebsten schon mit 18 ihr erstes Kind bekommen hätte – wurde es langsam knapp. Und als es dann endlich mit der künstlichen Befruchtung geklappt hatte, saßen die beiden bei mir im Studio und schwankten zwischen Glückseligkeit und Tränen. Deine Mama hat zwischen zweimal Schniefen lächelnd gesagt „Ich darf heulen, ich bin schwanger, das sind die Hormone.“ Und Dein Papa? Erzählte von Deinem ersten Ultraschallbild und dem Strampler, den er symbolisch ins Wohnzimmer gehängt hatte. So fest habe ich selten die Daumen gedrückt, dass alles gut geht.

Und jetzt bist Du da. Schon seltsam: Deine Geburt berührt mich, als sei seist Du das Baby einer engen Freundin oder meiner Schwester – dabei habe ich Deine Eltern nur dieses eine Mal gesehen. Glück färbt offensichtlich ab.

Kinder, die Nachrichten!

Veröffentlicht: 23. Mai 2010 in Job
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Foto: A. Germain

Diese Woche musste ich feststellen, dass die Kollegen didaktisch – sagen wir: unterschiedlich talentiert sind. Und unterschiedlich interessiert. Und unterschiedlich kommunikationsfähig. Nachdem ich so tat, als fiele es mir nicht auf, taute mein Betreuer gegen Ende der letzten Schicht zum Glück etwas auf. Bis dahin hielt ich mich mit außerdienstplanmäßigen Highlights über Wasser und durfte zum Beispiel die täglichen Kindernachrichten moderieren. Großes Vergnügen! Also, Kinder, aufgepasst: Hier sind Eure News. 🙂

Je später die Schicht, desto hübscher der Morgen.

Veröffentlicht: 21. Mai 2010 in Job
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Mit dem Schichtdienst haben mein Körper und ich noch etwas zu kämpfen. Die kürzliche Nachtschicht brauchte drei Tage, um sich wieder rauszuschlafen. Wenn wir es uns allerdings aussuchen könnten, würden wir ständig die Spätschicht nehmen: Wach bis in die Puppen, ausschlafen bis halb elf und dann ab in die Kaffeebar am Bahnhof von Oos. Dort gibt’s dann ein paar Stunden lang Caramell Macchiato und Chai Latte und Müsli und sonstige Leckereien nebst gratis Internet und immer genügend Lesestoff aus dem Zeitschriftenladen nebendran. Perfekt.

Beep, beep, beeeeeep. Die Nachrichten.

Veröffentlicht: 16. Mai 2010 in Job
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Erste Woche Auswärtsspiel, in der Nachrichtenredaktion. Sonntagabends eingetroffen, leeres Zimmer, kein Radio, kein TV, kein Internet. Mediale Krise. Man ist ja mittlerweile so abhängig. Dann: Kein Bettzeug. Man ist ja mittlerweile so abhängig.

Montag: Klasse Kollegen. Werde sofort integriert. Ex-Affäre bringt Bettzeug. Leiste ein klitzekleines bisschen Abbitte. Und sonst so? Ganz schön anspruchsvoll, aus der Fülle der Meldungen zielsicher die Mischung für die verschiedenen Zielgruppen herauszulesen.

Dienstag: Entspannte Spätschicht mit lustigen Kollegen. Darf mit einem kurzen Aufsager endlich mal wieder vors Mikrofon. Nachrichtenlage mehr als übersichtlich, daher spontane Kurz-Hospitanz im Sendestudio. Voll verplaudert. Moderator vergisst, Jingle abzufahren.

Mittwoch: Volontärs-Kollegin ist jetzt ebenfalls da. Nutzen die Gelegenheit und gehen nach der Spätschicht noch was trinken. Navi führt uns von ihrer zentral gelegenen Wohnung etwa vier Kilometer bis zur gewählten Lokalität. Suchen ewig nach einem Parkplatz. Stellen am nächsten Tag zufällig fest, dass es zu Fuß nur 100 Meter gewesen wären. Gackern uns halbtot.

Donnerstag: Nachtschicht. Verschlafe sicherheitshalber den größten Teil des Tages, nutze den Nachmittag für ein ausgiebiges Frühstück im Leo’s. Trinke nachts literweise Kaffee.

Freitag: Um halb sechs Uhr kühle Morgenluft an ohrenbetäubendem Vogelgezwitscher. Werfe ausreichend Zeug fürs Wochenende ins Auto. Sieben Uhr, home sweet home. Heiß duschen. Bett und Decke schmiegen sich sehr vertraut an fast jeden Zentimeter Haut. Schlafe lächelnd ein.

Wochenende: Verflogen. Sachen sind gepackt, Bettzeug diesmal auch dabei. Gleich geht’s wieder los, zu den Nachrichten. Freu mich schon ein bisschen. 🙂

Nie hätte ich gedacht, dass beim Verlassen meines Büros mal Tränen fließen würden. Heute war’s soweit. Heute war Abschied angesagt, nach genau fünfeinhalb Jahren scharfem Nachdenken, kreativem Leiden, wildem Tippen, noch wilderer Prokrastination. Tun und lassen zu können, was ich will, hat mir definitiv nicht immer gut getan. An einigen Stellen wäre etwas mehr von außen erzwungene Disziplin sicherlich hilfreich gewesen und hätte vielleicht ein oder zwei der zahlreichen Nachtschichten verhindert. Trotzdem fand ich es immer toll, selbstständig zu sein und im eigenen Rhythmus arbeiten zu können. Und natürlich war ich stolz auf mein kleines Baby. Stolz auf zufriedene Kunden, auf Erfolg, auf wirklich gelungene Ergebnisse.

Das hat jetzt ein Ende, denn neben der Texterei gilt meine Leidenschaft dem Radiojournalismus. Und aus meiner Sicht gibt es genau einen Sender, für den es sich in diesem Beruf zu arbeiten lohnt. Dort habe ich ein paar Jahre lang an der Tür gekratzt, konnte irgendwann den kleinen Zeh dazwischenzwängen, hab gedrückt, gerüttelt. Ruck-zuck war die Tür offen und ich hatte endlich meinen Traumjob, der sich zudem prima mit den Textkunden vertrug. Schnell war klar: Das macht mich glücklich. Und weil ich die Dinge gerne richtig mache, starte ich am kommenden Donnerstag bei eben diesem Sender ins Volontariat, das ich mir in einem dreitägigen Auswahlverfahren erobert habe.

Eigentlich müsste ich vor Freude den ganzen Tag auf und ab springen. Tu‘ ich aber nicht. In den letzten Wochen habe ich mein Leben umgekrempelt, meine Kunden aussortiert, stapelweise Papier weggeworfen, die ersten Unterkünfte an den Volontariatsstationen organisiert, mit Terminen jongliert, letzte Aufträge erfüllt und viele kleine Abschiede vollzogen. Von meinem Textbaby. Von liebgewonnenen Gewohnheiten. Von meiner Beziehung, was nichts mit dem Volontariat zu tun hatte, aber die Sache auch nicht eben leichter macht. Gestern dann die Kollegen aus dem Büro, die plötzlich mit Blümchen im Zimmer standen. Heute der offiziell letzte Tag dort. Nächste Woche noch drei Radiotage  und ein weiteres Good-bye. Ehrlich: Es reicht.

Fakt ist: Ich könnte heulen hab geheult. Es ist gerade alles zusammen etwas viel, zäh, schade um all die Dinge und Menschen, an denen mein Herz hängt. Aber es gab diese Woche einen Tag, den Mittwoch, an dem lag alles absolut klar und sonnig vor mir, ich hab gestrahlt wie nur was und mich gefreut auf das, was kommt: Leben, nächster Teil.