Mit ‘Shanghai’ getaggte Beiträge

30 Tage, 30 Tassen: Bild 1.

Veröffentlicht: 1. April 2009 in Aufgelesen
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Nebenan bei Frau O. gibt’s (statt Hundepimmel, aber bitte fragen Sie nicht weiter) eine wunderbar zeitvertreibende Aktion (und wo kämen wir denn wohl hin, wenn ich zur Abwechlsung was arbeiten und Geld verdienen würde und so? Eben). Also bekenne ich hiermit öffentlich: Ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank. Schon länger übrigens nicht, aber das wissen andere besser. Also los geht’s, hier ist die No. 1:

Starbucks Shanghai

Wer’s genau wissen will: Indulge. Love. Balance. Be Better. Keep it simple. Rediscover. Renew. Be happy. Be kind.

Eben alles, was man morgens an guten Ratschlägen so braucht, handschmeichlerisch in Form gebracht und in einem frühlingshaften Grün, das meiner Sehnsucht nach besserem Wetter aromatisch Ausdruck verleiht. Das kräftige Rot gibt dem Tag eine gewisse Kraft (und dem Tee eine interessante Farbe). Außerdem ist sie total international: Gibt’s derzeit bei jedem Starbucks, aber meine stammt aus Shanghai (and I don’t mean „Made in China“).

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Shanghai IV: Werbung für Fortgeschrittene.

Veröffentlicht: 20. Februar 2009 in Travel
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In Sachen Werbung geben die Chinesen alles, das muss vom Nachbarland Japan abfärben. Nicht, dass ich die vielen Schriftzeichen inhaltlich beurteilen könnte. Aber auf dem Huangpo gibt es Schiffe, deren einziger Zweck es ist, monströse Flachbildschirme Tag und Nacht hin und her zu fahren! Lieblingsmotiv an allen Ecken ist übrigens das Expo-2010-Maskottchen Haibao, ein Wassertropfen, der mich stark an zwei Zahncreme-Maskottchen von früher erinnert.

Der Knaller ist die Taxiwerbung: Die Schüsseln sind außen zerbeult, verratzt, verrostet. Aber innen gibt’s einen Bildschirm, der entweder an der Windschutzscheibe vor dem Beifahrersitz hängt oder hinten in die Kopfstütze integriert ist. In der enhanced version hat das Ding sogar einen Touchscreen, auf dem man sich per Icon die Werbung ganz nach Wunsch präsentieren lassen kann. Und als Werberin sag ich da nur: Wie geil ist das denn?

Guckst Du, Shanghai.

Veröffentlicht: 20. Februar 2009 in Travel
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So, Ihr Lieben, jetzt gibt es auch ein paar Fotos aus dem Urlaub. Bitte sehr, ich wünsche viel Vergnügen:

Shanghai Nights

(ja, anklicken)

Shanghai IV: Fahre Memphis.

Veröffentlicht: 18. Februar 2009 in Travel
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Das Schöne: Taxifahren in Shanghai ist superbillig und man kann sich zum Straßenbahntarif bequem durch die Stadt kutschieren lassen. Das weniger Schöne: Im Zweifel bezahlt man mit dem Leben. Zumindest könnte man den Eindruck bekommen, wenn man sich in den Straßenverkehr wagt. Spuren, Vorfahrtsschilder, Ampeln & Co. gibt es natürlich schon, aber es sind mehr so Vorschläge an die Verkehrsteilnehmer. Faktisch muss ich zugeben, ich habe in der einen Woche zwar tausende Taxis wild durcheinander und haarscharf aneinander vorbeifahren sehen, aber keinen einzigen Unfall erlebt. (Das wäre bei den Rostschüsseln wohl auch nicht weiter wild.)

Eine ganz andere Frage ist, ob man da ankommt, wo man hinwill. Die meisten Taxifahrer sprechen kein Englisch und wir waren wirklich froh, dass wir diverse Visitenkarten mit den wichtigsten Zielen in chinesischen Schriftzeichen hatten. Eine Straßenkarte hilft übrigens nicht, weil die Chinesen sowas gar nicht kennen. Wir haben genau einen Fahrer erlebt, der eine Karte rauszog und mir unter die Nase hielt – mit Schriftzeichen. Ich also die Karte mit den Buchstaben rausgeholt, und dann haben wir – während der Fahrt – eifrig Linien abgeglichen.

Das machte die Konversation etwas schwierig, aber insgesamt auch deutlich ungezwungener. Einer zum Beispiel wollte die nahezu unüberwindliche Sprachbarriere partout nicht wahrhaben und textete fröhlich Richtung Beifahrersitz. Nach ein paar vergeblichen „Sorry, I don’t speak Chinese“ machte ich dann mit und erzählte ihm strahlend Dinge wie „Ja, ich mag’s auch gern von hinten“. Von der Begleitung auf der Rückbank kam nur noch ein mühsam unterdrücktes Schnaufen…

Shanghai III: Randnotizen aus dem Land des Lächelns.

Veröffentlicht: 16. Februar 2009 in Travel
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  1. So müssen sich Stars fühlen: Als westliche Langnase wird man ständig bestaunt, begafft und gerne auch zum Fototermin gebeten.
  2. Manche Chinesen gehen rückwärts, um vergessene Sinne zu trainieren.
  3. Zum Frühstück gibt’s Suppe.
  4. Es gibt viele eklige Dinge, die man wirklich nicht essen sollte.
  5. Wir haben sie nicht gegessen. Zumindest nicht alle.
  6. Mit Stäbchen zu essen lernt man sehr schnell, wenn man sehr großen Hunger hat.
  7. Satt ist man dann, wenn die Hand krampft.
  8. Eine öffentliche, saubere Toilette nach halbwegs westlichem Standard ist Gold wert. Im Zweifel sollte man lieber die Schmerzen ertragen.
  9. Der Bund Sightseeing Tunnel unter dem Fluss hindurch ist besser als ein Drogentrip.
  10. Das handelsübliche chinesische Stirn- und Nebenhöhlensystem produziert lebenslang genügend Sekret, um in regelmäßigen Abständen von gaaaanz tief unten einen Klumpen hochzuholen und in hohem Bogen auf die Straße zu rotzen.
  11. Das gilt auch für den Kellner im Nobelrestaurant, während er den Wein einschenkt. Das Ausspucken zum Glück unterbleibt, man stellt sich allerdings unweigerlich vor, wie er das Zeug gerade runterschluckt.
  12. Auf den Märkten unbedingt handeln, sonst erleben die Verkäufer die Enttäuschung ihres Lebens. Und hart bleiben: Gürtel für ursprünglich 25 Euro sind auch für 4 Euro immer noch ein tolles Geschäft.
  13. Die Fisch- und Fleischabteilung in chinesischen Supermärkten ist definitiv nichts für zart besaitete Gemüter.
  14. Die dortige Werbe-Dauerbeschallung (unter anderem mit einem chinesisch angehauchten Radetzky-Marsch) macht drei Stunden Wellness in drei Takten mühelos zunichte.
  15. Im Paulanergarten (BaoLaiNa-Garten) kosten 0,5 Liter Bier in etwa so viel wie die Maß auf der Wiesn. Die asiatische Schaufensterpuppe auf der Bühne jodelt dazu internationale Schmachtfetzen weg – und alle finden’s toll. Vor dem Garten, am bayrischen Stand mit einer Asiatin im Dirndl, läuft übrigens Ina Müller.
  16. Rote Ampeln, Zebrastreifen und sonstige Verkehrshinweise haben eher Vorschlagscharakter.
  17. Bei uns spielt man nicht mit Essen. In China schon. Zumindest vorher.

Shanghai II: Von bäh bis boah.

Veröffentlicht: 15. Februar 2009 in Travel
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Es war der erste Abend in Shanghai und alleine der wäre die Reise wert gewesen. Was wir im Detail gegessen haben? Wir sind nicht ganz sicher. Auf der Karte waren nur Bilder und chinesische Schriftzeichen, denn Ev und Olaf haben uns gleich zu Beginn unseres Urlaubs – willkommen! – in ein Restaurant für Einheimische eingeladen. Innen herrschte reges Getümmel, zumindest bis wir eintraten. Groß und blond ist Mangelware in China, entsprechend fielen der Mehrheit der Gäste bei unserer Ankunft fast die Stäbchen aus der Hand. Der Boden war leicht klebrig, unter der niedrigen Decke hing der Dampf wie der Smog über Shanghai. Am anderen Ende des Restaurants war die Fischtheke, in der Schnecken, Muscheln und was weiß ich noch alles auf den Tod warteten, diverse Fische in den Aquarien hatten es schon hinter sich und schwammen kieloben in der schmutzigen Brühe. Auf den Tellern lag alles, was ich dort noch nie sehen wollte, zum Beispiel gekochte Hühnerkrallen, an denen die Chinesen so hingebungsvoll zuzzeln wie Gourmets an der Hummerschere. Zudem haben am klassisch chinesischen Tisch Manieren keinen Platz, stattdessen wird lauthals geschmatzt – es muss ja Luft ans Essen, wegen der Aromen. Das Essen sortiert man direkt im Mund, und was sich als ungenießbar erweist, fliegt in hohem Bogen zurück auf den Tisch. Nein, es ist kein schöner Anblick. Die einzige Regel: Was den Stäbchen entkommt, bleibt liegen. Besser ist das.

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Unser Dinner

Wir machten einen auf Abenteuer und bestellten anhand der Bildchen die Karte rauf und runter. Kurze Zeit später bog sich der Tisch: Erdnüsse in einer undefinierbaren Soße, sauer eingelegte Gurken, irgendwas Zuckerschotenartiges. Ganze Langusten am Spieß, denen wir erst den Kopf abbeißen mussten. Ein heißer Topf mit schwimmenden Sprossen, Fleischstücken und riesigen Pilzen. Fleisch mit Peperoni, Fleisch mit Zwiebeln, frittiertes Gemüse. Nicht alles, aber einiges davon lecker!

Der Spaß kostete etwas Überwindung und 21 Euro – und das ist ziemlich genau die Hälfe von dem, was wir eine Stunde später in der Bar „Cloud Nine“ im 87. Stock des Jin-Mao-Towers für vier Drinks in edelster Atmosphäre hinlegten. Diese Etage erreicht man übrigens nicht einfach so: Wir mussten vier verschiedene Fahrstühle nehmen und kamen auf dem Weg in den Genuss von unglaublichen Aussichten. Die Patio Lounge im 54. Stock zum Beispiel weitet sich nach oben in ein beeindruckendes Atrium über 33 Stockwerke. Und von dort oben, im umgekehrter Blickrichtung, fühlten wir uns ein bisschen wie in der Senatssitzung bei Star Wars.

Patio Lounge, fotografiert aus dem 86. Stock im Jin-Mao-Tower

Welch ein Auftakt.

Shanghai I: Wenn einer eine Reise tut.

Veröffentlicht: 13. Februar 2009 in Travel
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Tut mir leid, jetzt wird’s eklig. Halbe Weltreisen sind an sich ja schon schlimm genug, aber heute eröffneten sich neue Dimensionen. Da steht frau nach einer unverschämt kurzen Abschiedsnacht geistig immer noch umnachtet und mit leichten Magenproblemen auf, kriegt mit letzter Kraft den Koffer zu und macht sich in einem chinesischen Taxi auf den halsbrecherischen Weg zum Flughafen. Bekommt währenddessen ihre Tage. Merkt es allerdings erst drei Stunden später im Flieger, denn bevor sie auf einem chinesischen Flughafen aufs Klo geht, muss es wehtun, und zwar richtig. Im Handgepäck findet sich zum Glück ein übriggebliebener o.b. Er rettet, was zu retten ist, gibt den Kampf aber irgendwann auf. Und so sitzt frau also möglichst ruhig da und sifft vor sich hin, würgt am miserablen Flugzeugfraß herum, erträgt rotzende Chinesen in Plauderlaune plus etwa 30 Kinder in der Kabine, die  genau vor ihrem Sitz eine fröhliche Krabbelgruppe gründen. Elf Flugstunden lang. Bäh.

Was ich eigentlich sagen will: Ich bin wieder da. Völlig reizüberflutet, aber auch restlos begeistert von Shanghai, nur teilweise begeistert von den Chinesen und gar nicht begeistert vom chinesischen Internet, das eine Woche lang konsequent jeden Blogeintrag sabotierte. Wenn man davon absieht, dass ich dafür auch viel zu müde und/oder zu betrunken war. Es war der Wahnsinn. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen wenigstens einen Teil davon in Worte fassen kann.