Mit ‘Umzug’ getaggte Beiträge

Ich übernachte derzeit nicht oft zuhause, aber wenn, dann trinke ich mich tapfer durch die Alkoholvorräte (Status heute: drittes Glas Pflaumenlikör). Nicht, weil ich irgendetwas zu ertränken hätte, nein. Es dient vielmehr einem guten Zweck: Die Vorräte müssen nämlich weg. Der Mann und ich suchen eine Wohnung, aber das gestaltet sich schwierig.  Weswegen ich nun erst mal bei ihm einziehe und aus Platz- oder besser Nichtplatzgründen fast meinen kompletten Haushalt einlagere. Und je weniger da ist, desto leichter wird der Umzug. Ist doch so klar wie der Haselnussbrand im Schrank.

Ganz nebenbei entwickle ich ganz neue Definitionen von Liebgewonnenem. Heute rang ich mich sogar dazu durch, meine heiß geliebte Espressomaschine zu verkaufen, eine ECM Technika II (anyone?). Auch wenn die kleine kompakte Siebträger-AEG des Mannes optisch natürlich kein Vergleich ist! Nie und nimmer!

Und dann die Bücher. Eigentlich unantastbar. Ein paar wenige wanderten schon vor Wochen dennoch in den Müll oder gingen an die Stadtbibliothek. Heute bin ich ein weiteres durchs Regal gegangen und habe geschaut, welche Bücher mir tatsächlich etwas bedeuten und welche nicht. Letztere habe ich verkauft – und zwar zuhause auf meinem Sofa.

War gar nicht so schwer: Momox hatte mir neulich eine Bekannte empfohlen und Amazon hat seit einiger Zeit auch ein Büchertausch-Programm. Während ich bei Amazon allerdings jeweils die ISBN eintippen musste, konnte ich mit der Momox-App einfach den Barcode scannen. Der Vergleich zeigte: Momox zahlt meist ein bisschen mehr – außer bei Fach- und Sachbüchern, hier lag Amazon eindeutig vorne. Kostenfreien Versand bieten beide. Und so ging jeweils ein Teil der aussortierten Bücher hierhin und dorthin. Ergebnis: 21 Bücher verkauft, 43 Euro eingestrichen. Oder anders ausgedrückt: Mehr Platz im Regal uund genügend Kohle für Umzugskisten. Damit ich die wirklich wichtigen Bücher adäquat verpacken und einlagern kann.

Zwei Haushalte in einem ist einer zuviel. Klingt logisch, ist aber in der Realität des Zusammenziehens gar nicht so klar. Oder einfach. Und so führte der kürzliche Rüberzug meiner Schwester zu ihrem Mann E. dazu, dass wir Mädels heute die Küchenschränke geputzt und zahlreiche Kisten ausgepackt und, nun ja, auch gleich ein bisschen aufgeräumt haben. Naturgemäß ging dabei rein versehentlich leider einiges zu Bruch. Manche Sachen erwiesen sich auch einfach als unvollständig.

Ich: „Du, der Keramikdeckel hier ist herrenlos. Wo ist denn der Topf dazu?“
Sie: „Keine Ahnung. Schmeiß weg.“
Ich: „Ja, aber wenn der Topf später auftaucht?“
Sie: „Dann kommt er in den Müll, hab‘ ja keinen Deckel mehr.“

Andere Dinge wiederum verschwanden. Einfach so.

Ich: „Hey, die Bananenbox, braucht Ihr die?“
Sie: „Moooaaaaaaa, das blöde Ding! E. wollte es unbedingt haben und jetzt liegt’s rum.“
Ich: „Mein Mann erzählt mir seit Wochen, dass er dringend wieder eine kaufen muss.“
Sie: „Nimm mit. Super! Hihi. ‚Keine Ahnung, Schatz, wo das Teil ist!‘ :-D“
Ich: „‚Aber mein Mann hat genau die gleiche!‘ :-D“

Jo, war neben all der harten Hausarbeit ein durchaus lustiger Tag. 🙂

On the move.

Veröffentlicht: 6. August 2011 in Das Leben im Allgemeinen, Job
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Es ist nicht so, dass ich nichts zu erzählen hätte. Nur: Mir fehlt eklatant die Lust, etwas zu erzählen. Gestellte und ungestellte Fragen zu beantworten. (Manchmal, zugegeben, auch die Zeit.) Weil, die Dinge und Erlebnisse und Gefühle sind derzeit in mir ganz gut aufgehoben. Weniger erzählen, mehr aufnehmen. Innerliches Rüsten für das, was schon bald kommt. Was immer es genau sein wird. Und es wird auf jeden Fall viel Bewegung mit sich bringen – ganz unabhängig davon, dass ich dringend mal wieder auf Reisen muss. Sonst ist aber alles gut.

Multiples Leben.

Veröffentlicht: 12. September 2010 in Das Leben im Allgemeinen, Family & Friends, Job
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Seit einem knappen halben Jahr verbringe ich mehr Nächte bei Freunden und Fremden als zu Hause: Als Volo beglücke ich alle vier Wochen eine andere Redaktion, oft in einer anderen Stadt, für Online, Fernsehen oder Radio. Wie sich das anfühlt und wie’s funktioniert habe ich gerade der unternehmenseigenen Intranetredaktion im Interview erzählt. Bitte sehr:

Was sind die positiven und negativen Erfahrungen der Volo-Mobilität?
Packen. Ich hasse packen. Weil ich doch im Voraus nie weiß, was ich brauche. Das führt dann zu solch Albernheiten, dass ich für zwei Wochen Mainz eine exakt ebenso große Tasche packe wie für fünf Wochen Neuseeland. Fast noch schlimmer allerdings: auspacken. Wenn ich wieder zuhause bin, kann es daher passieren, dass ich noch ein paar Tage länger aus dem Koffer lebe. Und für die nächste Reise dann einfach die andere Tasche nehme. Weil sie so schön leer ist und entsprechend viel reinpasst. Weil ich doch im Voraus nie weiß, was ich brauche!

Klasse dagegen sind die fünfzig Momente mehr Leben pro Tag, die die immer neuen Städte und Städtchen mit sich bringen. Weil’s quasi an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Oder wenn man sich notgedrungen auf eine, sagen wir: eher naturbelassene WG mit einem italienischen Doktor der Philosophie einlässt, der lila Spängchen im Haar trägt und ständig halbnackt herumläuft. Und plötzlich merkt man, dass man überhaupt nie wieder ausziehen möchte. Weil man sich schon lange nicht mehr so wohl und willkommen gefühlt hat. (Und weil der Espresso schlichtweg großartig schmeckt.)

Wie schaffen Sie es, trotz des Spagats zwischen ständig wechselnden Jobs, Arbeitsbereichen, Kollegen und Domizilen zur Ruhe zu kommen?
Die Lieblingsmusik. E-Mails. Bücher. Die Twitter-Familie.

Was bedeutet der unregelmäßige Lebensrhythmus für Ihre sozialen Beziehungen?
Schwierig. Für vieles fehlt die Zeit und manchmal auch die Energie. Aber es gibt ein paar sehr wenige Menschen, mit denen es keiner großen Worte bedarf. Und dann ist es doch wieder ganz leicht.

Gibt es bestimmte Dinge, die Sie in jede neue Wohnung mitnehmen?

Das Notebook, denn da sind alle Fotos, die ganze Musik und ein großer Haufen herzlicher Worte drin. Und den Fön.

Entwickelt man eine Organisations-Routine (für Wohnung, Umzug etc.)? Kann man ein wenig vorausplanen oder plant man meist von Station zu Station?
Von Station zu Station. Im Zweifel: von Woche zu Woche. Sorgfältig geschmiedete Pläne sind auch hier nur dazu da, über den Haufen geworfen zu werden.

Verändert sich im Laufe der Volo-Zeit die Art, wie man mit diesem unsteten Alltag umgeht?
Kann ich noch nicht sagen. Aber ich hoffe, dass ich irgendwann lerne, weniger Zeugs in die Tasche zu packen. 😉